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Energiestrategie 2030 - Noch immer kein Abschied von der Kohle(rbb, klartext|18.1.2012) Die Brandenburger Landesregierung ließ sich viel Zeit, um ihre lang versprochene Energiestrategie auszubrüten und stößt nun mit dem Ergebnis auf wenig Gegenliebe. Denn: Die rot-rote Koalition hält - auch nach dem Aus für die CCS-Technologie in Deutschland - weiter an der Braunkohleverstromung fest und plant ein neues Kohlekraftwerk in der Lausitz. Das soll allerdings nur gebaut werden, wenn es CO2-arm sein wird. Wie das gehen soll? Die pfiffige Idee der Landesregierung: Man exportiert das lästige CO2 einfach und schickt es per Pipeline in Richtung Nordsee. Ob das funktioniert und sich rechnet, weiß noch keiner wirklich. Und die Menschen, die in der Kohleregion leben, bleiben weiter in Unsicherheit, ob sie eine Zukunft in der Lausitz haben werden oder nicht... Originalquelle: http://www.rbb-online.de/klartext/archiv/klartext_vom_18_01/energiestrategie_2030.html Brandenburger Energiestrategie 2030 vorgestelltdazu schreibt die Niederlausitz aktuell am 11.01.2012 BUND: Energiestrategie - Abschied von realitätsnaher EnergiepolitikMit dem Entwurf der Energiestrategie hat sich die Landesregierung aus Sicht des BUND Brandenburg endgültig von einer realitätsnahen Energiepolitik verabschiedet. „Bei der Energiestrategie Brandenburg handelt es sich um eine Ansammlung von Halbwahrheiten, Fehldarstellungen und Beruhigungspillen.“ So Axel Kruschat, BUND Landesgeschäftsführer. Originalquelle: http://www.niederlausitz-aktuell.de/artikel_6_18781.php Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums (hier gibt es am 12.1. keinen Link zu dem Entwurf) IHK (hier gibt es auch den Link , der beim Wirtschaftsministerium fehlt)
Energiestudie befügelt Kritik an Christoffers(Potsdam MOZ|15.12.2011) Die Autoren der Institute A.T. Kearney und Decision Institute haben in ihrer gestern präsentierten Studie zur Energiestrategie Brandenburgs das bestätigt, was lange vermutet wurde: Das Land wird seine Klimaziele verfehlen. Für diese Erkenntnis hagelt es Kritik für Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke). Autor: Andreas Wendt
Rösler: Beihilfeleitlinien der Kommission machen CCS-Gesetz unabdingbar(PresseBox) Berlin, 21.12.2011, Die EU-Kommission hat heute offiziell einen ersten Entwurf für Beihilfeleitlinien im Zusammenhang mit der 3. Emissionshandelsperiode veröffentlicht. Die Leitlinien regeln auch die Voraussetzungen, unter denen die Mitgliedstaaten ab 2013 Investitionen in hocheffiziente und flexible Kraftwerke fördern können.Der Entwurf sieht gestaffelte Fördersätze vor. Eine 15-prozentige Förderung der Investitionskosten soll nur für hocheffiziente Kraftwerke zulässig sein, die CCS-fähig sind und bis 2020 tatsächlich CCS einsetzen. Sonst können hocheffiziente Kraftwerke, die CCS-fähig sind, mit 10 Prozent der Investitionskosten gefördert werden, sofern die Förderung per Ausschreibung vergeben wird. Als CCS-fähig gelten nach dem Entwurf nur solche Kraftwerke, bei denen nachgewiesen werden kann, dass die technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Voraussetzungen für die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid vorliegen. Für den Neubau sonstiger hocheffizienter Kraftwerke, die nach dieser Definition nicht CCS-fähig sind, ist der zulässige Fördersatz auf 5 Prozent beschränkt. Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler: "Die Europäische Kommission hatte im Zuge der Einigung auf ein Energie- und Klimapaket im Winter 2008 zugesagt, die Voraussetzungen für eine bis zu 15-prozentige Förderung von Investitionen in hocheffiziente und flexible Kraftwerke zu schaffen. Diese Zusage war Teil der Einigung auf dieses, für den europäischen Klimaschutz entscheidende Maßnahmenbündel und ermöglichte dabei maßgeblich einen politischen Kompromiss zwischen allen Beteiligten. Diese Zusagen dürfen jetzt nicht durch überhöhte Anforderungen an die CCS-Fähigkeit und den tatsächlichen CCS-Einsatz entwertet werden. Ich appelliere nachdrücklich an die Europäische Kommission, den aktuellen technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Realitäten der CO2-Speicherung besser Rechnung zu tragen." Der Bundeswirtschaftsminister betont aber auch: "Zur Zeit wird das CCS-Gesetz im Vermittlungsausschuss beraten. Wie der aktuelle Entwurf der Beihilfeleitlinien der EU-Kommission zeigt, kann eine zögerliche Haltung der Länder beim Thema CCS weit reichende Konsequenzen auch für die kommunalen Stadtwerke haben. Wenn das CCS-Gesetz im Bundesrat scheitert, wäre eine Förderung von neuen Kraftwerken zu angemessenen Fördersätzen in Deutschland unmöglich. Bei dem beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie und dem verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien sind wir auf neue Kraftwerkskapazitäten angewiesen. Die Länder sollten sich deshalb im Vermittlungsverfahren bewegen." Neuer Verein Pro Braunkohle für die Lausitzhttp://www.lr-online.de/nachrichten/sachsen/Die-Stimme-der-schweigenden-Mehrheit;art1047,3597946 Schon etwas älter, aber trotzdem noch interessant Umfrage Energie der Zukunft in BrandenburgDie Originalquelle (die letzte von 9 Umfragen) 5.12.2011: Vattenfall stellt Planungen für Demoprojekt Jänschwalde ein, hält aber an der späteren Nutzung von CCS festDie vollständige Presseerklärung von Vattenfall![]() Pressemitteilung der Brandenburgischen Landesregierung Pressemitteilung von Wolfgang Neskovic (MdB, Die Linke)
PM zur momentanen Lage der CCS-Gesetzgebung, 6.12.2011
PM: Bürger Ostbrandenburgs betrachten Rückzug von Vattenfall aus CO2-Verpressung mit Skepsis(ccs-protest.de|06.12.2011) Die kritischen CCS-Bürgerinitiativen in Ostbrandenburg begrüßen die Entscheidung Vattenfalls, sich aus dem umstrittenen Neubau eines Kohlekraftwerkes mit CCS-Technik zurückzuziehen. Trotz Erleichterung in den von der geplanten Verpressung des Klimagases Kohlendioxid (CO2) potentiell betroffenen Regionen um Beeskow (Oder-Spree) und Neutrebbin (Märkisch-Oderland) betrachte man die Ankündigung „mit Skepsis“, wie der Vorsitzende der BI „CO2-Endlager stoppen“ Udo Schulze (Beeskow) erklärte. Vattenfall begründete den Rückzug mit dem Scheitern eines CCS-Gesetzes und der an zeitliche Fristen gebundenen Förderung durch die EU. „Sobald keine direkten Subventionen durch die Steuerzahler mehr in Aussicht stehen, zieht sich Vattenfall auch zurück“, so Schulze. Das zeige doch, dass das ganze Konstrukt CCS letztlich an öffentlichen Geldern hänge bleiben sollte.
... und als sie siegesbesoffen feierten, stiegen ihre Gegner aus dem (trojanischen) Pferd und machten sie nieder (Müncheberg|06.12.2011) Vattenfall hat „in rund einem Jahrzehnt mehr als 250 Millionen Euro in die CCS-Technologie investiert, davon allein 120 Millionen Euro in der Lausitz.“(1) „Vattenfall ist gleichwohl davon überzeugt, dass CCS eine für Europa und insbesondere für Deutschland entscheidende Klimaschutztechnologie ist. Deshalb werden wir auch zukünftig den erfolgreichen Testbetrieb in der CCS-Pilotanlage in Schwarze Punpe fortsetzen (...) Wir halten weiter an der Absicht fest, am Standort Jänschwalde in den 2020er Jahren ein neues Kraftwerk mit CCS-Technologie zu bauen.(1)
PM: Gutachten zur Brandenburger Energiestrategie: Ausstieg aus Braunkohle muss oberstes Ziel sein
Download des Gutachten des Wirtschaftsministerium Erstes Gutachten zur Fortschreibung der Energiestrategie veröffentlicht(Grüne Liga, Umweltgruppe Cottbus|15.11.2011) Am 15. November veröffentlichte das brandenburgische Wirtschaftsministerium das von ihmbeauftragte Gutachten "Grundlagen für eine Energiestrategie 2030 des Landes Brandenburg". Zu einer vorab durchgesickerten Fassung des Gutachtens hatte die GRÜNE LIGA bereits Anfang September Stellung genommen. Es läßt sich leider feststellen, dass in der Endfassung die damals bemängelten Fehler nicht beseitigt wurden. Noch immer werden zu den berechneten Szenarien wichtige Annahmen nicht offengelegt, etwa die Auslastung der fossilen Kraftwerke. Künftigen Braunkohlenkraftwerken wird noch immer ein Wirkungsgrad von 50 Prozent angedichtet, während selbst Vattenfalls Prognos-Gutachten mit 44 % rechnet. Insofern ist unser Brief noch immer aktuell, er steht im Internet unter http://www.lausitzer-braunkohle.de/Texte/2011-09-06_energiestrategie_stellungnahme.pdf ![]() Wie Wirtschaftsminister Ralf Christoffers am Donnerstag im Braunkohlenausschuss des Landes ankündigte, sollen noch weitere Gutachten zur Fortschreibung der Strategie folgen, die bisher aber nicht veröffentlicht sind.
PM der Bürgerinitiative gegen das CO2-Endlager e.V. zum CCS-Gesetz(kein-co2-endlager.de|23.09.11) Durch den starken Bürgerprotest , der sich von der polnischen bis zur niederländischen Grenze und insbesondere auch in Schleswig-Holstein gegen die Pläne für CO2-Endlager formiert hat, konnte das derzeitige CCS-Gesetz heute im Bundesrat zu Fall gebracht werden. Der Einsatz der schleswig-holsteinischen Landesregierung für eine Länderklausel hat Bürgern und vielen Politikern die Zeit verschafft, sich über den Wahnsinn der CCS-Technologie zu informieren und sich zu organisieren. Inzwischen ist allgemein bekannt und durch zahlreiche unabhängige Gutachten belegt, dass CCS nicht nur sehr riskant, sondern auch sehr teuer ist, dem Klima schadet und fortschrittliche Arbeitsplätze kostet. Deshalb sollte die Bundesrepublik CO2-Endlager verbieten. Die EU-Richtlinie ermöglicht ein Verbot in Deutschland ausdrücklich. Auch Österreich will CO2-Endlager untersagen, weil „CCS ein unzumutbares Risiko für Mensch und Natur“ ist. Das Beharren auf der Sackgassentechnologie CCS ist ökologisch und ökonomisch durch nichts zu rechtfertigen. Wir fordern die Bundesregierung auf, nicht innerhalb eines Jahres erneut die Weichen in der Energiepolitik in die falsche Richtung zu stellen und die Energiekosten in Deutschland mutwillig in die Höhe zu treiben. Ein Verbot von CCS wäre gelebte Demokratie und wirtschaftliche Vernunft. Hintergrundinformationen Die wissenschaftlichen Beratergremien von Bundesregierung und Bundestag warnen bereits seit langem vor der Einführung der CCS-Technologie in Deutschland und haben nachgewiesen, dass mit Einsparungen, erneuerbaren Energien und einem sinnvollen Netzausbau die Energieversorgung in Deutschland sicher, preiswert und ohne Atomstrom oder CCS-Technologie möglich ist. Voraussetzung ist natürlich, dass die notwendigen Investitionsmittel nicht in falsche Projekte gesteckt werden. Nach dem Desaster mit der Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke plant die Bundesregierung wieder die Fehlleitung der für eine Energiewende notwendigen Mrd. Euro in eine Technologie, die den Rohstoffverbrauch um fast die Hälfte erhöht, bereits in der Forschung und Erprobung zig Milliarden Euro kosten würde und unsere Trinkwasserversorgung gefährdet. Die Diskussion über die Länderklausel hat uns Zeit verschafft, jetzt geht es nicht mehr um eine Länderklausel sondern um ein bundesweites Verbotsgesetz. Wir sind dafür gut aufgestellt. In diesem Gesetz darf und muss CCS in Deutschland verboten werden!
PM CCS-Protest Sehr geehrte Damen und Herren, am 17.09. wird es eine Protestkundgebung gegen den Einsatz der umstrittenen CCS-Technologie (Carbon-Capture and Storage) und die geplante CO2-Verpressung geben. Zu der Aktion auf dem Areal zwischen dem Roten Rathaus, dem berühmten Neptunbrunnen und zu Füßen des Fernsehturmes in Berlin werden ab 13.00 Uhr etwa 100 Vertreter von Bürgerinitiativen, Umweltverbänden und lokalen Organisationen aus ganz Deutschland erwartet. Bislang kündigten sich Teilnehmer aus den geplanten Verpressungsregionen in Schleswig-Holstein, der Altmark und Ostbrandenburg an. Vertreter aus den Braunkohlegebieten in Nordrhein-Westfalen, der Lausitz und Sachsen-Anhalt werden ebenfalls erwartet. Mit einem Appell fordern die Organisatoren, die Länderkammer und den Bundespräsidenten auf, das sogenannte CCS-Gesetz im Bundesrat am 23. September nicht zu unterzeichnen. Sollte das Gesetz in der vorliegenden Fassung verabschiedet werden, würde das die Errichtung von CO2-Endlagern in Deutschland ermöglichen, um damit der Verstromung des klimaschädlichsten Energieträgers, der Braunkohle, eine Legitimation zu verschaffen. Nach Information der Bundesanstalt für Geologie und Rohstoffe gibt es mehr als 400 potentielle Lagerstätten in denen CO2-Endlager errichtet werden könnten.
Durch die umstrittene CCS-Technologie („Carbon Capture and Storage“ - Abspaltung und Speicherung von CO²) sollen die Kohlekraftwerke des Energiekonzernes im Zeitalter der erneuerbaren Energien weiter betrieben werden und für neue Tagebaue Tausende von Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden. Auch die Einlagerung birgt erhebliche Risiken. Denn niemand kann endgültig sicherstellen, dass die Lagerstätten auch wirklich dicht sind. Ab einer Luftkonzentration von ca. 8 Prozent wirkt CO² tödlich für Mensch und Tier. Zudem wird durch den enormen Druck, mit dem das CO² verpresst wird, unterirdisches Salzwasser im einen Radius von ca. 100 Kilometer verdrängt, wie ein geologisches Gutachten des Amtes Barnim-Oderbruch ergab. „Die Versalzung des Trinkwassers ist nicht nur ein Restrisiko, sondern wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eintreten“, warnte der Gutachter eindringlich. Gegen diese Einlagerung des Gasgemisches regt sich massiver Widerstand seitens Bevölkerung in den geplanten Verpressungsregionen.
CO2-SpeicherKeine Länder-Mehrheit für CCS
Am Freitag nächster Woche ist es so weit: Das Gesetz zur unterirdischen Kohlendioxid-Speicherung (CCS) kommt in den Bundesrat. Die Länderkammer ist die letzte Hürde, die die Bundesregierung mit ihren umstrittenen Plänen noch nehmen muss. Doch wie es aussieht, droht sie dabei zu scheitern. Eine Umfrage des sh:z unter den 16 Ländern ergab, dass die Koalition keine Mehrheit für das CCS-Gesetz im Bundesrat finden wird. Voraussichtlich kommen bei der Abstimmung am Freitag nächster Woche höchstens 32 von 69 Stimmen für ein Ja zusammen - 25 von den schwarz-gelb regierten Ländern sowie bis zu 7 von großen Koalitionen. Auch bei einem Vorab-Votum im vertraulich tagenden Umweltausschuss des Bundesrats kam am letzten Donnerstag keine Mehrheit zustande. Vielmehr haben neun Länder mit zusammen 37 Stimmen ein Anrufen des Vermittlungsausschusses gefordert. Sie lehnen eine Regelung im CCS-Gesetz ab, die sie zwingen kann, 30 Jahre nach Stilllegung der CO2-Speicher die Schadenshaftung vom Betreiber zu übernehmen. Offen zu den Koalitionsplänen bekennen sich bisher nur drei Länder: Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Seit ein Vetorecht für die Länder gegen CO2-Speicher auf deren Gebiet im Gesetz steht, haben diese Landesregierungen im Norden keine Einwände mehr. Fünf Regierungen kündigen dagegen an, das zustimmungspflichtige Gesetz nicht zu unterstützen: die von Rot und Grün regierten Länder Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bremen sowie die rot-roten Länder Berlin und Brandenburg. "Wie es aussieht, wird Baden-Württemberg ablehnen oder sich enthalten", erklärt etwa Ralf Heineken, Sprecher des Stuttgarter Umweltministers Franz Untersteller (Grüne). Eine Enthaltung wirkt wie ein Nein. Der Potsdamer Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) will die CCS-Technik zwar einführen - aber nicht als einziger. Er lehnt daher das Vetorecht für die Länder ab und will es noch kippen. Vermittlungsverfahren gefordert Mit Brandenburg votierte auch das SPD-regierte Hamburg im Umweltausschuss des Bundesrats gegen diese Länderklausel. Auf Anfrage legt sich die Hansestadt offiziell zwar nicht fest, hat aber im Umweltausschuss ebenso ein Vermittlungsverfahren gefordert wie Thüringen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Die beiden letztgenannten Länder dürften dem Gesetz die Zustimmung auch schon deshalb verweigern, weil die Grünen mitregieren. Sie sind prinzipiell gegen die CCS-Technik, da die weiter auf Kohlekraftwerke setzt. Auch die große Koalition in Sachsen-Anhalt wird sich wegen der Proteste gegen ein geplantes CO2-Lager in der Altmark womöglich enthalten, heißt es aus Regierungskreisen. Vor allem SPD-Abgeordnete sind gegen die Technik. Aber selbst CDU-Staatskanzleichef Rainer Robra sagte kürzlich: "Solange Gefahren nicht völlig auszuschließen sind, wird die Landesregierung der Lagerung von CO2 nicht zustimmen." Tatsächlich sind einige Risiken ungeklärt: Kritiker fürchten, dass beim unterirdischen Verpressen des Kohlendioxids Salzwasser ins Grundwasser gedrängt wird - aber auch, dass das Gas wieder aus der Erde austritt. Der Bund hingegen befürwortet die CCS-Technik, da sie den Ausstoß des Klimakillers CO2 verringern hilft. Doch sogar die von Union und FDP regierten Länder Bayern, Hessen und Sachsen legen sich nicht fest. "Wir stimmen uns noch intern ab", heißt es unisono. Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) hat aber bereits Kritik am Vetorecht geübt. Möglich daher, dass auch Sachsen sich enthält. Aber selbst falls diese drei schwarz-gelben Länder zustimmen und Sachsen-Anhalt seine Bedenken zurückstellt, kämen insgesamt nur 32 Stimmen für das Gesetz zusammen - drei zu wenig.
Gutachten: Länder können CO2-Lager nicht verhindernBERLIN (06.09.2011|dpa-AFX) - Die Bundesländer können unterirdische CO2-Speicher auf ihrem Gebiet womöglich doch nicht zuverlässig verhindern. Die im Gesetz zur Abscheidung und Lagerung des Klimakillers CO2 vorgesehene Länderklausel biete keine ausreichende Rechtssicherheit für ein Veto, heißt es in einem Gutachten, das für die Umweltorganisationen BUND und Greenpeace erstellt wurde. Beide Organisationen lehnen die CCS-Technolgie ab, mit der etwa bei Kohlekraftwerken CO2 abgeschieden und per Pipelines in Lager verpresst werden soll. Wurde Gutachten zu Brandenburgs Energiestrategie zugunsten von Braunkohlestrom manipuliert?(Grüne Liga| 6.09.2011). Der Umweltverband GRÜNE LIGA fordert vom Brandenburgischen Wirtschaftsminister eine Überarbeitung der Studie zur Energiestrategie und eine öffentliche Debatte zu deren Inhalten. Dies machte der Verband heute in einem Schreiben an den Minister Ralf Christoffers deutlich. CO2-Einlagerung gefährdet NordseeNeue BUND-Studie belegt CCS-Risiken für Meeresumwelt(oekonews.at|27.8.2011) Hamburg/Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat davor gewarnt, in der Nordsee Projekte zur unterirdischen Verpressung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken oder Industrieanlagen zu verfolgen. Die Anwendung der sogenannten „CCS-Technologie“ (Carbon Capture and Storage) könne schwere ökologische Schäden bei der Fauna und Flora im Meer verursachen. Der hohe Druck, der zur Verpressung des Kohlendioxids in die Tiefe erforderlich sei sowie chemische Reaktionen im Untergrund könnten zu CO2-Leckagen führen. Die zwangsläufige Verdrängung großer Mengen saliner Formationswässer, also salzhaltigen Wassers aus den unterirdischen Lagerstätten, durch das eingelagerte Kohlendioxid hätte verheerende Folgen sowohl für eine Vielzahl von Meereslebewesen als auch für regionale Wirtschaftszweige wie die Fischerei und den Tourismus. Möglich seien auch Beeinträchtigungen des UNESCO-Welterbes Wattenmeer sowie Versalzungen von Trinkwasservorkommen an der Nordseeküste. Bedroht sei außerdem eine Vielzahl von Riffen und Sandbänken, die zu Natura-2000-Schutzgebieten gehörten. Der Umweltverband stellte in Hamburg ein Gutachten des Geologen Ralf Krupp mit dem Titel „Risiken der Verpressung von Kohlendioxid unter der Nordsee“ vor, das die geologischen und ökologischen Gefahren der Anwendung von CCS im deutschen Teil der Nordsee darstellt. Die Studie belege vor allem, dass die Folgen der Anwendung der CCS-Technologie noch zu wenig erforscht seien, deshalb müsse der Bundesrat das Gesetz zur Einführung der CCS-Technologie, das dort am 23. September auf der Agenda stehe, grundsätzlich ablehnen, sagte die BUND-Klimaexpertin Tina Löffelsend. „Ein CCS-Gesetz, das den Schutz der Umwelt und der Menschen nicht gewährleisten kann, darf nicht verabschiedet werden“, so Löffelsend. Der Geologe Ralf Krupp sagte zu den Risiken der CO2-Einlagerung: „Die Verpressung von CO2 unter die Nordsee ist potentiell nicht weniger gefährlich als auf dem Festland, weil grundsätzlich die gleichen geologischen Mechanismen wirken. Das zentrale Problem liegt in der Verdrängung der salinen Formationswässer durch das CO2. Wenn diese hoch salzhaltigen, anoxischen und mit teilweise giftigen Bestandteilen belasteten Wässer aufsteigen und am Meeresboden austreten, kann das schwere ökologische Schäden verursachen.“ Die BUND-Meeresexpertin Nadja Ziebarth wies auf die besonderen Risiken von CCS für die Meeresumwelt und das Wattenmeer hin: „In der Nordsee liegen die potentiell geeigneten CO2-Lagerstätten vor allem in Natura-2000-Schutzgebieten. In Gefahr sind insbesondere die schützenswerten Riffe. Und zahllose Meerestiere und Vögel haben ihre Kinderstube im gefährdeten UNESCO-Welterbe Wattenmeer. Eine ökologisch intakte Nordsee ist auch für die Fischerei und den Tourismus der Anrainerstaaten unverzichtbar. Wenn nicht nachgewiesen werden kann, dass von unterseeischen CO2-Lagerstätten keine Gefahr ausgeht, dürfen solche Projekte in der Nordsee auch nicht realisiert werden“, sagte Ziebarth. Der BUND lehnt die CCS-Technologie nicht nur wegen ihrer Risiken, sondern auch aus energiepolitischen Gründen ab. Löffelsend: „Nicht nur, dass CCS massive Gefahren birgt. Kohlekraftwerke werden auch mit CCS nicht sauber. Stattdessen muss in CCS-Kraftwerken deutlich mehr Kohle verfeuert werden als in Kraftwerken ohne CCS. CCS dient vor allem dazu, den klimaschädlichen Kohlekraftwerken ein grünes Image zu geben und ihren Neubau zu legitimieren.“ In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Sachsen-Anhalt demonstrieren Bürgerinitiativen und Umweltverbände, darunter der BUND und seine Landesverbände, seit längerem gegen die Pläne zur CO2-Endlagerung. Der BUND startet heute im Internet unter http://www.bund.net/ccs-stoppen eine bundesweite Online-Protestaktion, bei der die Ministerpräsidenten der genannten Länder aufgefordert werden, im Bundesrat eine Ablehnung des CCS-Gesetzes herbeizuführen. Die BUND-Studie „Risiken der Verpressung von Kohlendioxid unter der Nordsee“ finden Sie im Internet in einer Zusammenfassung unter: http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/klima/20110818_klima_risiken_ccs_offshore_kurzfassung.pdf
PM: Keine CO2-Endlager: Initiativen aus ganz Deutschland wenden sich mit einem Appell an Bundesrat und Bundespräsidenten(ccs-protest|24.08.2011) Im Vorfeld der Bundesratsentscheidung über ein CCS-Gesetz am 23. September fordern bislang 24 Organisationen, Bürgerinitiativen und Verbände mit einem Appell, die Länderkammer und den Bundespräsidenten auf, der Errichtung von CO2-Endlagern in Deutschland nicht zuzustimmen. Die Initiatoren rufen dazu jetzt weitere Organisationen und Persönlichkeiten auf, sich dem Appell anzuschließen. Am 23. September sollen dann alle Unterzeichner dem Bundesrat und Bundespräsidenten übergeben werden. Zuvor wird es am 17. September eine Protestkundgebung zwischen Roten Rathaus und Neptunbrunnen in Berlin geben, zu der Vertreter aus ganz Deutschland erwartet werden. mehr Informationen auf der Startseite Weninger: Österreich verbietet CO2-SpeicherungCCS-Verbotsgesetz weiterer Schritt am Weg zur EnergiewendeWien (OTS/SK|23.08.2011) - "Das heute im Ministerrat beschlossene CCS-Verbotsgesetz ist ein klares Signal, dass Österreich die Energiewende konsequent umsetzt und keine neuen Umweltrisken zulässt", unterstützt SPÖ-Umweltsprecher Hannes Weninger die Gesetzesinitiative der Bundesregierung. "Mit dem CCS-Verbotsgesetz nützt Österreich die von der EU eingeräumte Möglichkeit, die dauerhafte geologische Speicherung von Kohlenstoffdioxid zu verbieten. Die Anwendung der sogenannten CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage), bei der Kohlenstoffdioxid verpresst und über Jahrhunderte unterirdisch deponiert werden soll, ist technisch und auf ihre ökologischen Folgen noch lange nicht ausreichend erforscht und daher ein unzumutbares Risiko für Mensch und Natur", so Weninger. Platzeck schließt Einsatz von CCS „vorerst“ aus – Bürgerinitiativen zeigen sich überrascht und bleiben skeptisch(CCS-Protest|15.08.2011) Die Bürgerinitiativen gegen die CO2-Verpressung in Brandenburg begrüßen den Sinneswandel von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), warnen aber vor einem allzu großen Optimismus. Platzeck hatte in der Lausitzer Rundschau angekündigt, er schließe den Einsatz der umstrittenen CCS-Technologie (Carbon-Capture ans Storage) in Brandenburg vorerst aus. Gegen die von rotrot in Potsdam unterstützten Pläne des schwedischen Energiekonzernes Vattenfall, Kohledioxid (CO2) aus den Lausitzer Kohlekraftwerken abzuscheiden und bei Beeskow (Landkreis Oder-Spree) und Neutrebbin (Märkisch Oderland) einzulagern, gab es massive Proteste in der Bevölkerung. Pressemitteilung - Cottbus, 13.08.2011Demonstration für Klimagerechtigkeit, gegen neue Tagebaue und CCS In Cottbus fand heute eine Demonstration im Rahmen des Klimacamps statt. Sie stand unter dem Motto: „Unsere Energie ist nicht eure Kohle! Für Klimagerechtigkeit, gegen neue Tagebaue und CCS!“ An der Demonstration nahmen ca. 250 Menschen teil, darunter zahlreiche Vertreter von Bürgerinitiativen. Gegen 14.30 Uhr startete die Demonstration am Hauptbahnhof in Cottbus. Daran nahmen zahlreiche Vertreter_innen von Bürgerinitiativen, z.B. gegen CCS und neue Tagebaue teil. Vor dem Vattenfall-Schild am Bahnhof wurde kurzzeitig ein Banner „Keine neuen Tagebaue!“ entrollt. Im Laufe der bunten Demonstration wurden kurze Statements vor den Büros der IGBCE, der SPD und der Linkspartei abgegeben. Überall wurde die Forderung „Keine neuen Tagebaue, kein CCS!“ gestellt. In der Fußgängerzone liefen die Teilnehmer_innen rückwärts und skandierten: „Kohlekraft ist Rückschritt“. Auf der Abschlusskundgebung sprachen Hardy Feldmann von den Ostbrandenburgischen Initiativen gegen CCS, Pfarrer Mathias Berndt aus der Gemeinde Guben, Frau Penk aus der sorbischen Gemeinde Rohne und Dorota Schewior vom polnischen Widerstand gegen Braunkohle. Hardy Feldmann erklärt dazu: „Wenn wir den CCS-Irsinn stoppen, wird es auch keine Erweiterung der Tagebaue geben. Die CCS-Technologie ist aber auch an sich unverantwortlich und die enormen Risiken der Leckage und der Grundwasserversalzung sind nicht einmal versicherbar.“. Pfarrer Mathias Berndt fasst seinen Beitrag zusammen: „Ich glaube, dass wir eine neue Ethik brauchen, in unserem Land und für jeden Einzelnen. Eine Ethik der Mäßigung. Das bedeutet also mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zu fahren. Diese persönliche Entscheidung ist notwendig.“ In Bezug auf neue Tagebaue fährt er fort: „Ich erwarte von der Politik, dass sie eine Politik des verantwortbaren Umgangs betreibt. Dies bedeutet, nicht alles machbare zu tun, sondern der Wirtschaft Rahmenrichtlinien zu geben, um das Gute zu fördern und sich nicht nur vom Profit leiten zu lassen.“ Auf der Demonstration gab es eine kleine Sambagruppe, eine Vielzahl an Transparenten und z.B. bildeten verschiedene Puppen den Spruch „Keine neuen Tagebaue“. An der Demonstration nahmen Bürgerinitiativen gegen CCS aus Ostbrandenburg, von der Umsiedlung durch neue Tagebaue betroffene Menschen und Vertreter_innen verschiedener Umweltschutzorganisationen und politischer Organisationen teil.
SPD-Experte: "Das CO2 kommt immer wieder"(shz.de|28.07.2011) "Hier wird eine schlimme Technik verharmlost", beklagte Manfred Opel während des SPD-Kreisparteitages in Bredstedt in seinen Ausführungen die geplante Einrichtung von CO2-Speichern in Nordfriesland. Die umstrittene CCS-Technologie (übersetzt: Carbon, Capture and Storage) steht für Abscheidung, Transport und die unterirdische Lagerung von Kohlendioxid. Zuvor hatte auch der Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Horst Deyerling klargestellt: "Wir wollen eine komplette Ablehnung erreichen." Der CCS-Protest gönnt sich keine FerienAktivisten. Die Gegner unterirdischer CO2-Lager im Oderbruch wollen keine Pause: Tausende machten am Wochenende bei einem Festival auf ihr Anliegen aufmerksam. Aufruf des BBU zu weiterem Widerstand gegen die CO2-Endlagerung / Heute und morgen „Fresh Air Festival“ in Ortwig(Bonn, Ketzin, Ortwig, 15.07.2011) In vielen Städten und Gemeinden regt sich seit geraumer Zeit Widerstand gegen die drohende unterirdische Verpressung und Endlagerung von Kohlendioxid (CO2). Und der Widerstand geht auch weiter, nachdem der Bundestag in der letzten Woche das sogenannte CCS-Gesetz mit der CDU/FDP-Mehrheit beschlossen hat. Nach dem Gesetz, das nach der parlamentarischen Sommerpause den Bundesrat passieren soll, können Energiekonzerne an ausgewählten Standorten klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) unterirdisch endlagern. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), in dem etliche Bürgerinitiativen gegen die CO2-Endlagerung organisiert sind, lehnt das Gesetz ab und ruft zu weiterem Engagement vor Ort gegen die CO2-Endlagerpläne auf. An diesem Wochenende (Freitag und Samstag, 15. und 16. Juli) veranstaltet die Bürgerinitiative CO2ntra Endlager Neutrebbin/Märkisch Oderland (www.co2bombe.de) gemeinsam mit dem Ortsbeirat von Groß Neuendorf das "Fresh Air Festival" in Ortwig (Brandenburg). In der Natur- und Kulturlandschaft namens Oderbruch werden 17 Künstlerinnen und Künstler, sowie Bands, aus dem ganzen Bundesgebiet mit guter Musik den Widerstand gegen CO2-Endlager unterstützen. Der Entritt ist frei. Das Festival soll ein deutliches Widerstandszeichen werden. Auch Ministerpräsident Platzeck und Wirtschaftsminister Christoffers sind eingeladen, sich persönlich einen Eindruck vom Widerstand der Bevölkerung zu verschaffen. Das Festival ist zugleich auch ein Treffen weiterer Bürgerinitiativen aus anderen Regionen Brandenburgs, Sachsen-Anhalts, Niedersachsens, Schleswig-Holsteins und von Umweltorganisationen, die sich für eine Beendigung der Braunkohleverstromung und gegen CO2-Endlager aussprechen. Auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) ruft zur Teilnahme an dem Festival auf. Mehr Infos zum Festivalprogramm gibt es im Internet unter www.fresh-air-festival.de Die Notwendigkeit eines starken Widerstandes gegen die CO2-Endlagerung wird nach Angaben des BBU besonders in Ketzin (Brandenburg) deutlich. Hier wurden zunächst ca. 50.000 Tonnen Lebensmittel-CO2 verpresst, seit dem 4. Mai erfolgt auch die Verpressung von „richtigem“ Kraftwerks-CO2. Der Bevölkerung wird der Eindruck vermittelt, dass es sich hier um eine Endlagerung in einem ehemaligen Erdgasspeicher handelt. Tatsache ist jedoch, dass das CO2 in noch tieferen Erdschichten unterhalb des ehemaligen Erdgasspeichers endgelagert wird. Es besteht daher die Gefahr, dass das Grundwasser in der Nähe des Erdgasspeichers versauert bzw. versalzen wird. Konkret erfolgt die Einspeicherung von abgeschiedenem CO2 aus dem Vattenfall Kraftwerk Schwarze Pumpe. Jürgen Rochlitz vom Geschäftsführenden BBU-Vorstand kritisiert: "Ketzin mit seinem relativ geringem Endlagervolumen ist quasi ein gefährlicher Reagenzglasversuch, der allerdings überhaupt nicht repräsentativ sein kann, wenn es um die Verpressung von Millionen Tonnen CO2 gehen soll. Der Versuch ist kleinräumig und kann daher überhaupt nichts über das Verhalten von CO2 im Untergrund auf den notwendigen großen Flächen aussagen. Die weitere Einlagerung von Schwarze Pumpe-CO2 muss verhindert werden, weil die Gefahr besteht, dass die Verunreinigungen in Grund- oder Trinkwasser gelangen." Der BBU bietet Bürgerinnen und Bürgern in und um Ketzin, aber auch in anderen Orten, Hilfe bei der Gründung von Bürgerinitiativen an. Kontakt: www.bbu-online.de, telefonisch unter 0228-214032. Weitere Informationen zur Kohlendioxid- und CCS-Problematik gibt es im Internet u. a. auf den folgenden Internetseiten, die von Mitgliedsinitiativen des BBU geführt werden:
Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Der BBU engagiert sich u. a. für für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen die gefährliche CO2-Endlagerung und für umweltfreundliche Enegiequellen. Zur Finanzierung seines Engagements bittet der BBU um Spenden aus den Reihen der Bevölkerung. Spendenkonto: BBU, Sparkasse Bonn, BLZ 37050198, Kontonummer: 19002666. Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter www.bbu-online.de; telefonisch unter 0228-214032. Der Arbeitskreis Energie des BBU ist unter Tel. 02562-23125 erreichbar. Protestsymbol für das Fresh-Air-FestNeuhardenberg (moz|13.07.2011) Zum Fresh-Air-Festival am Wochenende soll es über Ortwig leuchten – ein acht Meter hohes Kreuz präsentiere die Bürgerinitiative CO2ntra Endlager am Dienstag in Neuhardenberg. Darunter soll am Freitag und Sonnabend mit 17 Bands auf fröhliche Weise demonstriert werden. Erneut rumort es in der Linke wegen CCSBasis fordert Fraktion zur Meuterei gegen SPD auf(PNN|12.07.2011) Potsdam - Nach dem Beschluss des CCS-Gesetzes im Bundestag vergangene Woche und dem damit verbundenen Aus der Technologie im Land Brandenburg ruft die Linke-Basis im Land ihre Landtagsfraktion offen zur Meuterei gegen ihren Koalitionspartner SPD auf. „Wir Linke haben immer gesagt, dass es mit uns keine Lex Brandenburg geben wird. Daher fordern wir unsere Abgeordneten auf, entsprechend auf die SPD einzuwirken, um deren Blockadehaltung gegen den CCS-Ausstieg endlich zu beenden“, sagte der Sprecher der Linke-Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt, Norbert Wilke, am Montag. Das Land müsse zudem „den mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung und den sofortigen Verzicht auf neue Tagebaue festschreiben“, so Wilke weiter. Das findet auch der Wissenschaftsexperte der Fraktion, Peer Jürgens: „Wenn man konsequent ist und sagt, kein CCS, dann muss man auch sagen, keine neuen Tagebaue“, sagte Jürgens gestern. Seine Meinung werde von mehreren Fraktions-Mitgliedern geteilt. Nun gehe es darum, den Koalitionspartner mit „sanftem Druck“ zu einem Verzicht zu bewegen. Sollte dies nicht gelingen, käme auch ein „fraktionsübergreifender Antrag“ infrage. „Bei diesem Thema nehme ich explizit eine offene Konfrontation mit der SPD in Kauf“, so Jürgens, der sich bereits mehrfach gegen CCS (Carbon, Capture and Storage) ausgesprochen hatte. Wie berichtet hatte der Bundestag am Donnerstag das Gesetz zur Abscheidung und unterirdischen Speicherung von CO2 beschlossen, darin jedoch den Ländern mit der sogenannten Länderklausel die Möglichkeit eingeräumt, CCS auf ihrem Gebiet gänzlich auszuschließen. Mehrfach hatten Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) zuvor versichert, es werde keinen CCS-Alleingang des Landes geben, sollte der Klausel zugestimmt werden. Andererseits hatte Platzeck 2007 die weitere Braunkohleverstromung explizit von der Technologie abhängig gemacht. Noch im Landtagswahlkampf 2009 war die Linke mit einem Nein zu CCS und weiteren Tagebauen selbst auf Stimmenfang gegangen, hatte sich dann aber in den Koalitionsverhandlungen dem Druck der SPD gebeugt. Immer wieder wurde die Parteispitze deswegen von der Basis und namhaften Linke-Bundespolitikern kritisiert. „Es geht jetzt um die Glaubwürdigkeit. Der Druck von der Basis ist erheblich“, sagte Wilke gestern. Allerdings sei die „Erleichterung in der Landespartei“ groß, da sich mit dem Bundestagsbeschluss ein Weg eröffnet habe, CCS und neue Tagebaue zu verhindern. Bei der Fraktionsspitze jedoch will man keinen Streit riskieren. „Nach der Sommerpause werden wir uns innerhalb der Koalition mit der Situation befassen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Linke-Fraktion, Christian Görke, gestern auf PNN-Nachfrage. Ohnehin müsse das CCS-Gesetz im September noch den Bundesrat passieren. In der SPD gibt man sich denn auch gelassen. „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der Koalitionspartner die gemeinsame Linie verlassen hätte“, sagte Fraktionsgeschäftsführer Thomas Kralinski gestern. Bei den Kritikern handele es sich um „vereinzelte Stimmen“. Einen Anlass, die eigenen Positionen zu CCS und Braunkohle zu überdenken, gäbe es aus Sicht der SPD-Fraktion derzeit nicht, so Kralinski. CCS-Gesetz passierte Bundestag - Vattenfalls CCS-Projekt durch Länderklausel in der Klemme(Lausitzer Kohlerundbrief|07.07.2011) Mit 306 zu 266 Stimmen hat der Bundestag am 7. Juli das CCS-Gesetz verabschiedet. Mehrheitlich abgelehnt wurde dagegen ein Gesetzentwurf der LINKEN, der CCS bundesweit verbieten wollte. In der vergangenen Woche glaubten einzelne Presseberichte eine von der FDP durchgesetztes Abkehr von der Länderklausel ausgemacht zu haben. Das hat sich nicht bestätigt. Das nun beschlossene Gesetz (es muß nach der Sommerpause noch den Bundesrat passieren) enthält als § 2 Absatz 5 die sogenannte Länderklausel: "Die Länder können durch Landesgesetz bestimmen, dass eine Erprobung und Demonstration der dauerhaften Speicherung nur in bestimmten Gebieten zulässig ist oder in bestimmten Gebieten unzulässig ist." Das stellt Vattenfalls CCS-Projekt in Jänschwalde vor Probleme: Die Brandenburgische Landesregierung hat öffentlich angekündigt, CCS bei einer Länderklausel nicht anwenden zu wollen. Vom Landesvorstand der LINKEN existiert dazu ein protokollierter Beschluß. Jedes andere Verhalten wäre ein massiver Wortbruch. Dementsprechend sauer ist das Unternehmen in seiner Pressemitteilung: „Wenn das CCS-Gesetz so kommt, wie es heute im Bundestag verabschiedet wurde, dann wird Vattenfall über Jahre nicht in der Lage sein, diese Technologie in Deutschland weiter voranzutreiben. Wir erwarten substantielle Änderungen am Gesetzesinhalt, andernfalls droht der bisherigen deutschen Technologieführerschaft bei der Entwicklung von CCS das Aus.“ läßt Vorstandsvorsitzender Hartmuth Zeiß verbreiten. Vattenfalls Chancen, den Bundesrat noch ernsthaft zu beeinflussen, dürften allerdings gering sein, sind die jetzigen Einschränkungen im Gesetz doch im Wesentlichen als Zugeständnisse an den Bundesrat entstanden. Brandenburg vor KohleausstiegDer Bundestag verabschiedet das CCS-Gesetz und besiegelt damit das Aus dieser Technik in Brandenburg. Vattenfall will aber auch ohne CO2-Speicherung neue Tagebaue erschließen. Linke und Grüne warnen davor. Klimaforscher kritisieren unterdessen die Landesregierung: Brandenburg sei beim Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 auf dem Niveau von Texas. (PNN|08.07.2011) Potsdam/Berlin - Brandenburg muss mittelfristig aus der Braunkohleverstromung aussteigen. Denn die so genannte CCS-Technologie, an deren Nutzung die Landesregierung die Genehmigung neuer Tagebaue gekoppelt hat, wird in Brandenburg nicht industriell eingesetzt werden. Zwar beschloss der Bundestag am Donnerstag das umstrittene CCS-Gesetz zur Abscheidung und unterirdischen Lagerung von Kohlendioxid (CO2) – allerdings mit der von Brandenburg abgelehnten Länderklausel. Nach der können sich einzelne Länder aus der CO2-Speicherung verabschieden. Niedersachsen und Schleswig-Holstein – neben Brandenburg die einzigen Bundesländer mit nennenswerten Lagermöglichkeiten – hatten dies im Vorfeld für sich bereits angekündigt. Brandenburg bliebe damit das einzige Land, in dem die Industrie Kohlendioxid unterirdisch in Gesteinsschichten einlagern könnte. Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) und Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) hatten aber bereits angekündigt, nicht als einziges Land Kohlendioxid-Speicher einrichten zu wollen. Christoffers lies gestern erklären: „Wir können den Bürgern in Brandenburg nicht klar machen, dass CCS sicher ist, wenn andere Bundesländer es für unsicher erklären.“ Platzeck hatte die Genehmigung von neuen Tagebauen im Jahr 2007 an den Einsatz der CCS-Technik in den Braunkohlekraftwerken der Lausitz gekoppelt: Ohne CCS keine neuen Tagebaue und auch keine neuen Braunkohlekraftwerke. Darauf hatte er sich mit dem damaligen Chef des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall, Lars Göran Josefsson, in Potsdam geeinigt. Platzeck hatte dies auch auf Nachfrage erst zum Jahresende 2010 vor Journalisten wiederholt – aber eingeräumt, dass dies ein Versprechen Vattenfalls ist, das nicht vertraglich gesichert ist: „Wir haben Josefssons Wort.“ Vattenfall kündigte gestern aber an, seine Kraftwerke und Tagebaue auch ohne CCS weiter zu betreiben – und auch neue Tagebaue beantragen zu wollen. Aus der im Konzern und in der schwedischen Regierung nicht unumstrittenen Kohlesparte Vattenfalls heißt es seit Monaten, dass die Landesregierung und die brandenburgischen Genehmigungsbehörden keinerlei juristische Möglichkeit hätten, einen Tagebau wegen der fehlenden CCS-Technik in Kraftwerken abzulehnen. Spätestens im Jahr 2015 muss die Landesregierung über den Aufschluss von zwei neuen Tagebauen entscheiden. Nach den alten Zusagen Platzecks und der Vattenfallspitze dürften diese Tagebaue nicht mehr genehmigt werden. Der Lausitzer Linke-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Neskovic sprach daher gestern vom faktischen Aus für den Braunkohletagebau in der Lausitz. Brandenburgs-Grünen-Fraktionschef Axel Vogel warnte den Regierungschef gestern vor einem Wortbruch und einer Weiterführung der Braunkohlepolitik im Sinne Vattenfalls. Auch namhafte Klimaforscher forderten eine Abkehr von der Braunkohlenutzung und erhoben Vorwürfe gegen die Landesregierung. Diese hätte es trotz mehrfacher Mahnungen versäumt, einen Plan zur Abkehr von der Braunkohle in der Lausitz vorzulegen. Manfred Stock und Stefan Rahmstorf, Klimaforscher am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), sagten am Donnerstag in Potsdam, der CO2-Ausstoß in dem Bundesland liege weit über dem Bundesdurchschnitt. Die Energiegewinnung durch Braunkohle in Brandenburg verursache einen Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 wie der 23 Mal größere US-Bundesstaat Texas. Es gebe zu viele Politiker, die sich von „kurzfristigen Partikularinteressen“ leiten ließen, sagte Stock, Leiter der Strategien für Brandenburg und andere Bundesländer am PIK. Mehrfach habe das PIK das gesamte brandenburgische Landeskabinett darauf aufmerksam gemacht, dass es ein Plan B für die Lausitz jenseits der Braunkohleindustrie nötig sei. Dies sei aber bis heute ohne Reaktion geblieben. Es müsse ein geordneter Ausstieg aus der Braunkohle politisch organisiert und moderiert werden. Auch Ministerpräsident Platzeck sei „darauf nicht eingegangen“. Er resümierte: „Der Klimawandel ist längst in Brandenburg, aber noch nicht in den Köpfen der Politiker angekommen.“ Der Klimawandel sei eine Chance für ein „ökologisches Wirtschaftswunder“ in Brandenburg; die Braunkohlepolitik dagegen ein „schwarzer Fleck auf der Weste Brandenburgs“. Die PIK-Forscher hatten in Potsdam neue Szenarien zum Klimawandel vorgestellt.
Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Demonstration und Anwendung von Technologien zur Abscheidung, zum Transport und zur dauerhaften Speicherung von Kohlendioxid(Hans-Georg von der Marwitz MdB|06.07.2011) Zum vorliegenden Entwurf eines Gesetzes zur Demonstration und Anwendung von Technologien zur Abscheidung, zum Transport und zur dauerhaften Speicherung von Kohlendioxid (Kohlendioxid-Speicherungsgesetz – KSpG, DS 17/5750) nehme ich wie folgt Stellung: Es ist unverantwortlich, Carbon Capture and Storage (CCS) im industriellem Maßstab einzuführen. Die CCS-Richtlinie der Europäischen Union (2009/31/EG) enthält keine Verpflichtung zur Anwendung des fragwürdigen Verfahrens. Vielmehr räumt die EU ihren Mitgliedern ein, CCS für das eigene Hoheitsgebiet auszuschließen. Mit dem KSpG wird die großflächige CO2-Ablagerung von bis zu 8 Millionen Tonnen jährlich (§2, Abs. 2) in Tiefengesteinsschichten ermöglicht. Diese Menge entspricht einem Vielfachen dessen, was in bisherigen Forschungsprojekten erprobt wurde. Ein Großteil der Probleme der CO2-Verpressung ist längst nicht geklärt. Wohin wird das Tiefensalzwasser verdrängt? Können geologische Störungen (Verwerfungen, alte Bohrlöcher) in den Verpressungsgebieten mit endgültiger Sicherheit ausgeschlossen werden? Welchen Einfluss hat der enorme Druck auf die Gesteinsschichten und können sich daraus seismische Aktivitäten oder zusätzliche Leckagen ergeben? Prozessbedingt werden die CO2-Ströme etwa 5% Schadstoffe enthalten (Vgl.: §24 Abs. 1). CCS dient nicht dem Allgemeinwohl, wie in §4 Abs. 5 vorausgesetzt wird, sondern den wirtschaftlichen Interessen von einigen wenigen Energiekonzernen. Außerdem ist es unverständlich, dass die Ewigkeitskosten für die Sicherung der Lager laut § 31 Abs. 1 nach nur 30 Jahren von der Allgemeinheit übernommen werden sollen. Berlin, 06.07.2010 PM: CCS-Gesetz im Bundestag: Bürgerinitiativen aus ganz Deutschland fordern Nein zum CCS-Gesetz(ccs-protest|05.07.2011) Bürgerinitiativen gegen die CO2-Verpressung aus Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Brandenburg fordern mit einem Offenen Brief die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, dem vorliegenden CCS-Gesetzesentwurf nicht zuzustimmen. Im Bundestag soll am 7.Juli 2011 über den Kabinettsentwurf abgestimmt werden. Die Initiativen weisen darauf hin, dass durch die Verpressung von Kohlendioxid (CO2) hochgradig salzhaltiges Wasser aus salinen Aquiferen in derartigen Mengen verdrängt wird, dass dadurch bis zu 17.000 Kubikkilometer Süßwasser vernichtet werden könnten. Im Unterschied zu den Gefahren der Atomtechnologie stellt die Verdrängung des Salzwassers aus den salinen Aquiferen kein "Risiko" dar, sondern wäre eine auf elementaren physikalischen Gesetzen beruhende zwangsläufige Folge der CO2-Verpressung. Dies wurde am 6. Juni 2011 im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vorgetragen und ist seitdem unwidersprochen, heißt es in dem offenen Brief. Nach den Plänen großer Energiekonzerne - wie Vattenfall oder RWE - soll mittels der umstrittenen CCS-Technologie (carbon-capture-and-storage) das Klimagas CO2, inklusive Schadstoffe wie Quecksilber und Arsen, aus dem Abgasstrom von Kohlekraftwerken abgeschieden und anschließend unter besiedeltem Gebiet eingelagert werden. Dagegen regt sich seit mehreren Jahren massiver Widerstand in den betroffenen Regionen. Download Offener Brief http://ccs-protest.de/OffenerBrief_CCS_Gesetz.pdf „Bei Vattenfall gilt: ohne CCS kein Braunkohlestrom“(PNN|27.06.2011) Der Linke-Bundestagsabgeordnete Wolfgaang Neskovic über eine geänderte Strategie beim schwedischen Staatskonzern und die Erkenntnis, dass die Zukunft der Lausitz in Stockholm entschieden wird - und nicht in Potsdam
Und Platzeck und Christoffers? Bis vor kurzem haben sie noch erklärt, auch für sie käme eine langfristige Braunkohleverstromung ohne CCS nicht in Frage. Damit waren sie lediglich Sprachrohr von Vattenfall. Die Abkehr vom eigenen Versprechen entspricht dem, was die Vattenfall-Spitze in der Lausitz von sich gibt. Dort ist die Direktive aus Schweden entweder noch nicht angekommen oder man will sie nicht verstehen. Mir wurde bei Gesprächen in Cottbus klar, dass die personellen und inhaltlichen Veränderungen in Schweden bei Vattenfall in Deutschland überhaupt noch nicht angekommen zu sein scheinen. Die mir bei diesem Gespräch mitgeteilten Unternehmensziele repräsentieren in vollem Umfang noch die alte Unternehmenspolitik des früheren Unternehmenschefs Josefsson. Die neue Unternehmensstrategie – also neben der Gewinnerzielung eine nachhaltig-ökologische Politik und keine weitere Braunkohleverstromung ohne CCS – haben sich in der Lausitz ganz offenkundig noch nicht durchgesetzt. Auch dies muss den Schweden in Stockholm bewusst gemacht werden. Insofern kommt es auf Platzeck und Christoffers gar nicht mehr an, da sie nicht die Unternehmensziele von Vattenfall bestimmen.
Pressemitteilung Fresh-AirPressemitteilung CCS- Protest(27.06.2011) Anlässlich der Sitzung des CCS-Beirates in Wriezen am 30. Juni werden Bürgerinitiativen gegen die CO2-Verpressung und Landwirte aus Ostbrandenburg mit einer Trekker – Demonstration gegen die geplante Verklappung von CO2-Industriemüll aus den Lausitzer Kohlekraftwerken von Vattenfall protestieren. „Der Beirat ist von der Landesregierung eingesetzt worden, um uns Bürger glauben zu lassen, die Entscheidung der CO?-Endlagerung im Oderbruch ist eine transparente und demokratische Entscheidung, an der wir alle mitbestimmen. Das ist eine Lüge“, erklärt Sylvia Wadewitz von der Bürgerinitiative „CO2ntra Endlager aus Märkisch-Oderland. Die Beschlüsse des Beirates haben keine keinerlei rechtliche Wirkung, sie stellen nur unverbindliche Empfehlungen an die Landesregierung dar. „Echte demokratische Mitbestimmung sieht anders aus“, so Wadewitz. Wann: Donnerstag, 30. Juni 2011 Pressekonferenz der Bürgerinitiativen „CO2-Endlager stoppen“ aus dem Landkreis Oder-Spree und „CO2ntra Endlager aus Märkisch-Oderland 15.00 -15.30 Uhr in der Tierarztpraxis Ulf Stumpe, 16269 Wriezen, Freienwalder Straße 48, 16:00 -17.00 Uhr Uhr Trekker-Demonstration vor dem Amt Barnim Oderbruch in der Freienwalder Straße 48 in 16269 Wriezen Die nicht-öffentliche Sitzung des CCS-Beirates findet im Zeitraum von 13:00 bis 17:30 Uhr statt. Durch die umstrittene CCS-Technologie („Carbon Capture and Storage“ - Abspaltung und Speicherung von CO2) sollen die Kohlekraftwerke des Energiekonzernes im Zeitalter der erneuerbaren Energien weiter betrieben werden und für neue Tagebaue Tausende von Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden. Auch die Einlagerung birgt erhebliche Risiken. Denn niemand kann endgültig sicherstellen, dass die Lagerstätten auch wirklich dicht sind. Ab einer Luftkonzentration von ca. 8 Prozent wirkt CO² tödlich für Mensch und Tier. Zudem wird durch den enormen Druck, mit dem das CO2 verpresst wird, unterirdisches Salzwasser im einen Radius von ca. 100 Kilometer verdrängt, wie ein geologisches Gutachten des Amtes Barnim-Oderbruch ergab. „Die Versalzung des Trinkwassers ist nicht nur ein Restrisiko, sondern wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eintreten“, warnte der Gutachter eindringlich. Gegen diese Einlagerung des Gasgemisches regt sich massiver Widerstand seitens Bevölkerung in Ostbrandenburg. Bürgermeister nach CCS-Demo in KritikNeuhardenberg (moz|17.06.2011) Die Rolle des Neuhardenberger Bürgermeisters Mario Eska bei der Anti-CCS-Demonstration am 27. Mai vor dem Schloss sorgt für Ärger. Einige Abgeordnete der Gemeindevertretung werfen ihm vor, mit seiner privaten Beteiligung der Gemeinde geschadet zu haben. Mehr als 500 Gäste waren Ende Mai zum sogenannten „Märkischen Abend“ der Industrie- und Handelskammer in das Schloss Neuhardenberg geladen, unter ihnen hochrangige Politiker und Unternehmer. Den großen Auflauf nutzen etwa 15 Demonstranten, um mit Hilfe von Spruchbändern, Flyern sowie lautstarken Rufen und Trommelschlägen gegen die CCS-Technologie zu demonstrieren. Bürgermeister Mario Eska hatte bei der Amtsverwaltung zuvor einen Info-Stand für das Gelände vor dem Schloss angemeldet. Noch bevor Eska an jenem Freitag persönlich an diesem eintraf, hatte sich daraus bereits eine Spontandemonstration entwickelt. Trotzdem werfen ihm einige Abgeordnete vor, mit seiner privaten Beteiligung der Gemeinde geschadet zu haben. In einem Augenzeugenbericht, den die Abgeordnete Katrin Suhr am Mittwochabend in der Gemeindevertretung vorlas, wird den Aktivisten vorgeworfen, bei der Demo aggressiv zu Werke gegangen zu sein. Mit lautstarkem Gegröle und Getrommle vor der Orangerie und dem Rosengarten habe man die Gäste stören wollen. Zudem seien im Auto anreisenden Gästen über die Schulter des sie auf den Parkplatz einweisenden Personals Flyer zugeworfen worden. Wer das Annehmen der Flyer verweigerte, sei teilweise mit Buhrufen und Pfiffen bedacht worden. Petra Lienhop von der Schlösserstiftung berichtete den Gemeindevertretern, dass sie sogar tätlich angegangen worden sei, nachdem sie ein Spruchband entfernt hatte. CCS-Gegner Siegfried Link, Bürgermeister von Neutrebbin und im Gegensatz zu Mario Eska an diesem Tag von Anfang an persönlich vor Ort, bestätigte gestern auf Nachfrage der MOZ die Darstellung des Augenzeugen im Groben. Auch, dass einige Aktivisten Petra Lienhop das Transparent wieder entrissen, habe er mitbekommen. Trotzdem könne generell von einem aggressiven Vorgehen der Demonstranten keine Rede sein. Dies habe auch die besonnene Reaktion der durch Petra Lienhop herbeigerufenen Polizei gezeigt, die zwar mit drei Wagen vor Ort gewesen sei, aber nicht einmal Zwecks einer Auflösung der Demonstration habe einschreiten müssen. Katrin Suhr sieht in der Aktion dennoch eine Gefahr für die Gemeinde. „Wir können es uns nicht leisten, die Arbeit der Stiftung, die hier wichtiger Steuerzahler ist, derart zu untergraben“, sagte sie. Man müsse als Gemeinde alles daran setzen, dass diese hier in Ruhe ihre Arbeit leisten könne. Mario Eska bestand darauf, nicht als Bürgermeister, sondern als Vertreter der Bürgerinitiative Co2ntra Endlager vor Ort gewesen zu sein. „Es gibt ganz grundlegend eine Demonstrationsfreiheit in unserem Land“, sagte er. Die veranstaltende IHK sei nun einmal ein vehementer Verfechter der umstrittenen Technologie und deshalb Ziel des Protestes gewesen. Als er zur Demonstration dazu gestoßen sei, habe er versucht, zwischen Polizei und Demonstranten zu vermitteln. „Es bekam eine Dynamik, für die ich nichts konnte. Ich habe mir das so nicht vorgestellt, als ich den Info-Stand beantragt habe“, so der Bürgermeister weiter. Gleichzeitig äußerte er Kritik an den Verantwortlichen im Schloss: „Ich, als Veranstalter, hätte versucht, dass etwas geräuschloser abzuwickeln“, so Eska. „Eine Trennung zwischen deiner Person und dem Amt des Bürgermeisters kannst du nicht herbeiführen. Und als Antragsteller musst du damit rechnen, dass das nun auf dich zurückfällt“, sagte der Abgeordnete Dietmar Zimmermann. Der Stil der Aktion sei inakzeptabel gewesen. Er appellierte an den Bürgermeister, sich zukünftig zurückhaltender zu verhalten, damit der Gemeinde, die bisher ausgezeichnet und unkompliziert mit der Stiftung zusammengearbeitet habe, kein Schaden entstehe. Mario Eska versicherte am Mittwoch, sich zur Klärung mit der Geschäftsführung der Schlossstiftung in Verbindung setzen zu wollen. Ein Gespräch mit dem Generalbevollmächtigten Bernd Kauffmann soll es bereits gestern gegeben haben. PRESSEMITTEILUNG SABINE NIELS, MDL-BRANDENBURGKeine Akzeptanz für CO2-Verpressung – Der Minister scheint Probleme mit seinen Bürgern zu haben(29.05.2011) Am Rande der gestrigen Braunkohlekonferenz in Guben kritisierte die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete für den Landkreis Spree/ Neiße die Äußerungen von Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke), dass mit dem CCS-Gesetz eine Möglichkeit geschaffen worden sei "Akzeptanzdruck nachzugeben". „Der Minister der Linken scheint ein Problem mit seinen Bürgern zu haben“, sagte Niels. "Akzeptanz für ein Verfahren kann man nur erwarten, wenn dessen Plausibilität vorhanden wäre. Die umstrittene CCS- Technologie (carbon, capture and storage) zur Abscheidung und Lagerung von Kohlendioxid (CO2) nützt nicht dem Klimaschutz - wie zahlreiche Studien belegen. Zudem birgt die Verpressung von Kohlendioxid in salzwasserführende Schichten (saline Aquifere) genug erhebliche Risiken für das Mensch, Umwelt und Trinkwasser, die eine Ablehnung rechtfertigt." Die Forderung nach Akzeptanz dürfe nicht nur in eine Richtung gestellt werden: „Zur Demokratie gehört auch die aktive Meinungsbildung der Bevölkerung. Die Ablehnung einer Hochrisikotechnologie durch perspektivisch Betroffene muss ein Politiker, der dem Wohle des Volkes dienen soll akzeptieren“, so die Grünenpolitikerin. Sabine Niels erwartet nach dem Scheitern der Brandenburger Landesregierung zur Abschaffung der Länderklausel im CCS-Gesetz in der Länderkammer im Bundesrat (am Freitag) einen Stopp der geplanten Projekte zur CO2-Verpressung in Birkholz/Beeskow und Neutrebbin: „Wenn die rotrote Koalition ein Fünkchen zu ihrem Wort steht, darf in den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland kein CO2 verpresst werden“. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und Wirtschaftsminister Christoffers hatten in der Vergangenheit immer wieder erklärt, es werde keinen Alleingang Brandenburgs in Sachen CCS geben. Bundesrat Pressemitteilung 81 / 2011CCS-Technologien bedürfen der gesellschaftlichen Akzeptanz(27.05.11) Der Bundesrat hat sich in seiner heutigen Sitzung mit den Plänen der Bundesregierung zu Abscheidung, Transport und dauerhafter Speicherung von Kohlendioxid in unterirdischen Speichern befasst. Er betont, dass aufgrund der erheblichen gesellschaftlichen Skepsis gegenüber dieser neuen Technologie eine möglichst frühzeitige Beteiligung der betroffenen Bevölkerung geboten ist. Den Bürgern sei Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung der berechtigten Fragen und Anliegen zu geben. PM: Landesregierung scheitert im Bundesrat: Bürger fordern Rückzug aus der CCS-Technologie(CCS- Protest|27.05.2011) Die Bürgerinitiativen gegen die CO2-Verpressung in Ostbrandenburg fordern die Brandenburger Landesregierung nach dem Scheitern in Bundesrat auf, sich vom Einsatz der Hochrisikotechnologie CCS (carbon-capture and storage) zu verbschieden und die politische Unterstützung für den Energiekonzern Vattenfall einzustellen. Brandenburg und Sachsen sind am Freitag in der Länderkammer mit dem Vorstoß gescheitert, die Länderklausel aus dem geplanten CCS-Gesetz zu streichen. Die Klausel erlaubt einzelnen Bundesländern, bestimmte Gebiete als Endlager für das Klimagift Kohlendioxid (CO2) auszuschließen. Wenn man den Worten von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) Glauben schenken darf, müssten die Vorhaben zur geplanten CO2-Verpressung in den Landkreisen Oder-Spree (Feld Beeskow-Birkholz) und Märkisch-Oderland (Feld Neutrebbin) unverzüglich eingestellt werden, erklärt der Vorsitzende der Bürgerinitiative „CO2-Endlager stoppen“ Udo Schulze: Der Ministerpräsident und sein Wirtschaftsminister hatten in der Vergangenheit immer wieder erklärt, es werde keinen Alleingang Brandenburgs in Sachen CCS geben. Unterdessen setzen die Bürger ihren Widerstand fort. So protestieren heute ca. 30 Aktivisten lautstark gegen die geplante Verpressung vor dem Schloss Neuhardenberg anlässlich eines Treffens der IHK-Ostbrandenburg, die als Befürworterin der CCS-Technologie gilt. PM: Neuaufschluss des Tagebaus Jänschwalde Nord: Regierung begeht Vertrauensbruch(CCS-PROTEST|25.05.2011) Die Bürgerinitiativen gegen die CO2-Verpressung in Ostbrandenburg werfen der Landesregierung anlässlich des heute beginnenden Verfahrens für den Neuaufschluss des Tagebaus Jänschwalde Nord „Vertrauensbruch“ vor. Die Bürger fordern die unverzügliche Einstellung des Braunkohleverfahrens. „Einerseits stemmt sich die Landesregierung gegen ein CCS-Gesetz, weil andere Bundesländer ausscheren können, andererseits will das Land neue Tagebaue aufschließen“, kritisiert Udo Schulze, Vorsitzender der BI „CO2-Endlager stoppen“ aus dem Landkreis Oder-Spree. Damit wird der Konsens „Ohne CO2-Verpressung keine neuen Tagebaue“ der Brandenburger Regierung (nach dem Volksbegehren gegen neue Tagebaue im Jahr 2008) aufgekündigt. Als „eklatanten Vertrauensbruch“ gegenüber den Menschen in Ostbrandenburg und der Lausitz bezeichnete Schulze den heute anberaumten "Scoping-Termin" im Rahmen des Braunkohlenplanverfahrens zum Tagebau Jänschwalde-Nord. „Das Verfahren muss gestoppt werden um keine Fakten zu schaffen“, fordert Sylvia Wadewitz von der Bürgerinitiative „CO2ntra Endlager“ aus dem Landkreis Märkisch-Oderland. Nachdem sich herausgestellt hat, dass die geplanten CO2-Endlager in Beeskow oder Neutrebbin nach Vattenfall-Angaben lediglich für eine Demonstrationsanlage ausreichen, soll der Tagebau Jänschwalde-Nord aber ein kommerzielles CCS-Kraftwerk versorgen, obwohl es dafür weder eine gesetzliche Grundlage, noch in Aussicht stehende CO2-Endlager gibt. Seit über zwei Jahren wehren sich die Bürger in Ostbrandenburg im Schulterschluss mit der Lausitz erfolgreich gegen die Verpressung des Klimagiftes aus den Kohlekraftwerken von Vattenfall in der Hoffnung, so auch die Vertreibung von über 800 Menschen in den Orten Atterwasch, Grabko und Kerwitz zu verhindern. Siehe dazu Beschluss des Brandenburger Landtags im Juli 2008: Beschlussempfehlung und Bericht zur Volksinitiative „Keine neuen Tagebaue – für eine zukunftsfähige Energiepolitik“(DS 4-6472) „Der Hauptausschuss weist darauf hin, dass nach seiner Auffassung die Landesregierung neue Tagebaue nur dann genehmigt, wenn die dazugehörigen Kraftwerke zur Braunkohleverstromung mit der CCS-Technologie ausgestattet werden.“
Obstbäume statt CO2-Endlager:Pflanzaktion mit über 6700 Bäumen an 111 Orten als Protest gegen CCS-Gesetz der Bundesregierung und die unterirdische Verpressung von Kohlendioxid(PM|16. Mai 2011): Als Protest gegen die Verpressung des Klimagiftes CO2 aus Kohlekraftwerken in tiefe Erdschichten und das derzeit diskutierte CCS-Gesetz (Carbon Capture and Storage) wurden innerhalb der letzten vier Wochen bundesweit an 111 Standorten über 6700 Bäume gepflanzt. Zu der Aktion „Obstbäume statt CO2-Endlager“ hatten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Baumpflanz-Initiative WikiWoods.org, Robin Wood, der Verein BruchKultur e.V. und die Organisation `Plant for the Planet` aufgerufen. Auch in Österreich und Moldawien wurde mit dem Pflanzen von Bäumen wie Williams Christbirne, Dülmener Rosenapfel oder Knauffs Schwarze Herzkirsche ein Zeichen gegen die Einführung der CCS-Technologie gesetzt. Die Einrichtung von CO2-Endlagern wird in einigen Regionen Nord- und Ostdeutschlands sowie in Bayern und Baden-Württemberg kontrovers diskutiert. Am weitesten sind die Pläne in Brandenburg gediehen, wo auch die Baumpflanzaktionen stattfanden. Die Organisatoren der Baumpflanz-Aktion kritisieren, dass die CO2-Einlagerung mit erheblichen Risiken für die Umwelt und für die Anwohner verbunden sei, etwa durch Grundwasserverschmutzungen oder ein Entweichen des Gases, wenn die Lagerstätten undicht würden. Robert Pörschmann, Energieexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Die Teilnahme so vieler Menschen an den Baumpflanzaktionen zeigt, dass das CCS-Gesetz und die CO2-Endlagerpläne von Bundesregierung und Energiekonzernen in den betroffenen Regionen und darüber hinaus auf Ablehnung stoßen. Die Bürgerinnen und Bürger haben erkannt, dass CCS ein Irrweg ist. Diese Technologie soll allein dazu dienen, der klimaschädlichen Kohleverstromung eine Zukunft zu sichern, die sie längst hinter sich hat. Die Kohleverstromung darf kein grünes Mäntelchen umgehängt bekommen, Deutschland muss auf CO2-Endlager verzichten.“ Daniel Häfner von Robin Wood: „Die sogenannte CO2-Endlagerung ist eine riskante und menschenverachtende Technologie. An die Einfahrt zur CCS-Sackgasse gehört ein großes Stopp-Schild. Es kommt darauf an, die technisch vorhandenen Alternativen zu einem energiepolitischen 'business as usual' zu nutzen. Ein 'weiter so' darf es nicht geben. Deshalb müssen wir grundsätzlich auch unsere gegenwärtige Konsum- und Lebensweise hinterfragen.“ „Obstbäume statt CO2-Endlager“ ist eine gemeinsame Aktion von WikiWoods.Org, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), BruchKultur e.V., ROBIN WOOD e.V. und Plant for the Planet.
PM: CCS-Konferenz in Wriezen: Experten kritisierten geplante CO2-Verpressung(14.05.2011) Über 100 Teilnehmer, unter anderem aus Lokalpolitik und Wasserversorgung nahmen am Freitagabend an einen CCS-Kongress des Amtes Barnim-Oderbruch im brandenburgischen Wriezen (Märkisch Oderland) teil. Auf der hochkarätig besetzten Konferenz im Evangelischen Johanniter-Gymnasium diskutierten u.a. der Geologe Dr. habil. Ralf E. Krupp, der Rechtsanwalt Alexander Reitinger, die Geschäftsführerin der Allianz der öffentlichen Wasserversorger (AöW) Christa Hecht und der Umwelttechniker Dipl.-Ing. Hardy Feldmann über Gefahren und Risiken der von Vattenfall geplanten CO2-Verpressung. Der Geologe Krupp stellte sein im Auftrag des Amtes Barnim-Oderbruch verfasstes Gutachten der Öffentlichkeit vor. Krupp kam zu dem Ergebnis, dass in einem Radius von ca. 100 Kilometern rund um die geplanten CO2-Verpressungsstellen (zurzeit: in Neutrebbin und Birkholz-Beeskow) eine Gefahr der Versalzung von Trinkwasser droht. Eine Erdschicht aus Rupelton schirmt die hochsalzige Lauge normalerweise vom Grundwasser ab. Doch während der Eiszeit lag Nordeuropa unter einem dicken Eispanzer. Unter der Eisschicht bildeten sich unterirdische Abflusskanäle. Diese sogenannten subglazialen Rinnen spülten den Rupelton aus. Wenn jetzt CO2 unter hohem Druck verpresst werden sollte, würde das Salzwasser verdrängt und könnte über diese Rinnen in die Regionen des Grundwassers aufsteigen. „Die Versalzung ist nicht nur ein Restrisiko, sondern wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eintreten“, warnte Krupp eindringlich. Der Direktor des Amtes Barnim-Oderbruch Karsten Birkholz sagte „das Gutachten hätte zwei Punkte deutlich gemacht. Zum einen entsprächen zwar die Erkundungsmethoden von Vattenfall dem Stand der Technik, diese sind aber nicht geeignet, um die Dichtigkeit der Lagerstätten für tausende von Jahren zweifelsfrei nachzuweisen. Und zum anderen sei klar, dass die Untersuchungsgebiete für die Erkundung zu klein sind.“ Vattenfall beantragte eine Erkundung zur Einlagerung nur in einem kleinen Radius rund um die geplanten Verpressungsstellen in Beeskow und Neutrebbin. Während Krupp die geologischen Kritikpunkte verdeutlichte, befasste sich der Rechtsanwalt Alexander Reitinger mit rechtlichen Aspekten. Derzeit wird im Bundestag über die Umsetzung einer EU-Richtlinie für ein nationales CCS-Gesetz debattiert, daher kann man zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine klaren Aussagen machen, so Reitinger. Der Rechtsanwalt sieht aber genug Anknüpfungspunkte für eventuelle Klagen, sollte der Entwurf des Bundeskabinettes in geltendes Recht umgesetzt werden. So gehen EU-Richtlinie, wie der Entwurf für das CCS-Gesetz davon aus, dass ein Kriterium für die Auswahl von potentiellen Lagerstätten die Verteilung der Bevölkerung beachtet werden muss. „Ob nun 10 oder 100 Menschen in Gefahr sind, sollte eigentlich keine Rolle spielen“, kritisierte Reitinger den Gesetzesvorstoß. Ob dies vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand habe, sei höchst zweifelhaft. Weiter kritisierte der Jurist die Auslagerung der CO2-Verpressung von Vattenfall an eine gesonderte Tochterfirma. Während die Mutterfirma Vattenfall Mining AG ein Kapital von 140 Millionen Euro hat, verfüge die Tochter Vattenfall Storage GmbH nur über 150.000 Euro. „Ein mittleres Autohaus ist besser ausgestattet“, so Reitinger. Die Verantwortung und Haftung wurden komplett ausgelagert. Zudem ist die Schadensersatzfrage ungeklärt. Selbst bei der Erkundung können Schäden auftreten, und die sind nur durch eine sogenannte „weiche Patronatserklärung“ vom Mutterkonzern Vattenfall Mining abgesichert. So will der Konzern „sich nur bemühen“, für die Kosten bei einer Havarie aufzukommen. Im Schadensfall müsste Brandenburg, sprich der Steuerzahler dafür aufkommen, wenn Vattenfall Mining nicht einspringt, da das Land das Risiko kannte und die Projekte trotzdem bewilligte. Auch Christa Hecht (AöW) warnte vor der geplanten Verpressung: „Mögliche kurzfristige sowie dauerhaften Schäden sind vielfältig und können nicht rückgängig gemacht werden.“ Dipl.-Ing. Hardy Feldmann sprach sich ebenfalls gegen den Einsatz der CCS-Technologie aus. Der Ausbau von erneuerbaren Energien, der Transport und die Speicherung der der Energie, eingebettet in umweltverträgliche Konzepte, seien die Herausforderung, der wir uns jetzt gemeinsam stellen müssen, so der Umwelttechniker. Am Rande der Konferenz kritisierte Ulf Stumpe, Mitglied der Bürgerinitiative „CO2ntra Endlager“, dass insbesondere die Befürworter der umstrittenen CCS-Technologie von SPD, CDU und FDP im Brandenburger Landtag der Konferenz fern blieben. Das Amt Barnim-Oderbruch hatte persönlich alle 88 Landtagsabgeordneten eingeladen und eine CD mit aktuellen Gutachten zugesandt. Bis auf Bettina Fortunato (DIE LINKE) von der Linkspartei und einen Vertreter der Grünen Landtagsabgeordneten Sabine Niels kam kein Landespolitiker nach Wriezen. Die Vorträge der Referenten werden ab Montag auf den Webseiten des Amtes Barnim-Oderbruch zum Download bereitgestellt http://www.barnim-oderbruch.de Vereinsgründung:Ziel des Vereins ist es unter anderem, das Gesetz gegen die legitimierte CO2-Verpressung in die Erde zu verhindern. Wir fordern: Verhinderung eines Gesetzes, das die Gesundheit der Bevölkerung in einem Feldversuch aufs Spiel setzt durch unkalkulierbare Risiken, aber kalkulierte Gewinne legitimiert.
Einsatz von CCS verbietenEnkelmann (DIE LINKE) hält Risiken für nicht verantwortbarPM 12.05.2011) „Bei der CCS-Technologie soll es keine ‚Lex Brandenburg‘ geben –diese klare Position von Ministerpräsident Platzeck und Wirtschaftsminister Christoffers ist erfreulich. Das ist aber zu wenig, um die CO2-Speicherung in Brandenburg dauerhaft zu unterbinden. Letztlich gehört der Einsatz von CCS verboten“, erklärt die Bundestagsabgeordnete Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) zur heute im Bundestag stattfindenden ersten Lesung des CCSGesetzes der Bundesregierung .
Ein Endlager unter der Stadtgrenze(TAZ|12.05.2011) Vor den Toren Berlins könnte CO2 aus Kohlekraftwerken verpresst werden. Bei den Anwohnern erwacht nun Widerstand, ein Gutachten warnt vor Folgen für das Berliner Trinkwasser. zum Artikel Opposition bezweifelt Nutzen der CCS-TechnikBerlin (energate|12.05.2011) - Die Oppositionsparteien im Bundestag sehen keinen Bedarf an Kohlekraftwerken mit CCS-Technologie in Deutschland. Abgeordnete von SPD, Grünen und Linken kündigten bei einer Debatte im Parlament an, dass ihre Parteien dem geplanten CCS-Gesetz sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat die Zustimmung verweigern werden. "Ich bezweifle, dass wir die CCS-Technologie im energetischen Bereich benötigen", sagte der Bundestagsabgeordnete Dirk Becker für die SPD. Selbst die Energiekonzerne würden hierzulande von der CCS-Technik Abstand nehmen. Im industriellen Bereich sehe er zwar einen Bedarf für die CO2-Abscheidetechnologie, dazu mache das von Schwarz-Gelb vorgelegte Gesetz aber überhaupt keine Vorgaben, so der SPD-Politiker. Die Linken machten deutlich, dass sie die CCS-Technologie generell ablehnen und auch die Grünen forderten die Bundesregierung auf, den Gesetzentwurf zurückzuziehen. Die parlamentarische Umweltstaatssekretärin Katherina Reiche (CDU) betonte indes, dass die CCS-Technologie vor allem für den globalen Klimaschutz von besonderer Bedeutung sei. Selbst wenn Deutschland auf andere Technologien zur CO2-freien Stromerzeugung setze, würden in China, in Indien und in den USA auch weiterhin zahlreiche neue Kohlekraftwerke ans Netz gehen. "CCS ist eine Chance und ich finde, wir sollten sie weiterverfolgen", so Reiche. Die Staatssekretärin aus dem Bundesumweltministerium räumte ein, dass es bezüglich der CCS-Technik kritische Fragen gebe. Daher habe die Bundesregierung zunächst nur ein Gesetz zur Forschung und Erprobung der Technologie vorgelegt. Die darin enthaltenen Regelungen würden dem Einsatz der CCS-Technik sowohl zeitliche als auch mengenmäßige Grenzen setzen. Zudem seien höchste Umweltstandards garantiert, eine umfassende Bürgerbeteiligung vorgesehen und die Langzeitsicherheit geplanter Speicher gewährleistet, so Reiche. Eva-Bulling Schröter von den Linken bezweifelte den Nutzen der CCS-Technologie. Die Technik habe eine "miese Effizienz", bei ihrem Einsatz müsse bis zu einem Drittel mehr Brennstoff eingesetzt werden. Dazu komme, dass bei einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien künftig kein Bedarf mehr für Kohlekraftwerke bestehe. Denn diese seien viel zu träge, um auf die schwankende Ökostromeinspeisung zu reagieren. Die CCS-Technologie behindere die Energiewende, selbst die Industrie glaube nicht an CCS, so die Linkenpolitikerin. Oliver Krischer von den Grünen betonte, dass es in ganz Europa noch kein einziges CCS-Projekt im industriellen Maßstab gebe. Nur wenige der 27 EU-Staaten hätten bisher eine gesetzliche Regelung erlassen. "Die anfängliche Euphorie ist der Ernüchterung gewichen", sagte Krischer. Das sei auch kein Wunder, denn mit den erneuerbaren Energien gebe es eine wesentlich bessere Klimaschutzstrategie. /cs Ein CCS-Gesetz nur für Brandenburg!(PM|12.05.2011) Zur heutigen ersten Lesung des CCS-Gesetzes im Deutschen Bundestag erklärt der CDU-Abgeordnete Hans-Georg von der Marwitz:Im Windschatten der Nach-Fukushima-Debatte soll ein CCSGesetz durch das Parlament gepeitscht werden. Die Gründe liegen auf der Hand. Atomenergie ist ins Gerede gekommen. Da ließe sich womöglich eine andere Risikotechnologie durchsetzen – insbesondere, wenn Fördergelder aus Brüssel winken. Entsprechend hat der Stromkonzern Vattenfall in Sachen Öffentlichkeitsarbeit in Brandenburg aufgerüstet – gegen den Widerstand in den betroffenen Regionen. Wissenschaftliche Gutachten belegen, dass die Technologie unkalkulierbare Risiken birgt. Das hat sich herumgesprochen. Bundesländer, in denen geeignete geologische Bedingungen vorhanden sind, haben bereits angekündigt, dass sie CCS für ihr Territorium ausschließen. Dies ermöglicht die im Gesetzentwurf enthaltene sog. Länderklausel. Lediglich Brandenburg hat bislang die CCS-Erprobung befürwortet. Ob die rot-rote Landesregierung ihre gegenwärtige Ablehnung gegenüber einem auf Brandenburg beschränkten Gesetz bis zur letzten Konsequenz durchhalten wird, ist angesichts früherer Stellungnahmen mehr als fraglich. Fakt ist: Allein auf die Anwendung in Brandenburg ausgerichtet verdient das geplante Gesetz nicht den Namen Bundesgesetz. Kein anderes Bundesland setzt sich der CCS-Gefahr aus. CCS ist unrentabel, unsicher und nicht ansatzweise nachhaltig. Die Zulassung dieser Risikotechnologie steht im krassen Widerspruch zu den Beteuerungen, zukünftig nur noch in saubere und sichere Energiegewinnung zu investieren.
NaturFreunde Deutschlands: ‚Tödliches Experiment‘ CCS muss ganz gestoppt werdenVor einer Verseuchung ganzer Landstriche durch die unterirdische Verpressung von Kohlendioxid durch die sogenannte CCS-Technologie (CCS: Carbon Dioxide Capture and Storage) warnen die deutschen NaturFreunde. „Bei der praktischen Umsetzung des von der Bundesregierung geplanten CCS-Gesetzes werden große unterirdische Giftmüllkippen entstehen, die sich weder beherrschen noch sanieren lassen“, erklärte der umweltpolitische Sprecher des Verbandes Eckart Kuhlwein. Die Bundesregierung müsse auf dieses ‚tödliche Experiment‘ verzichten. Kuhlwein zufolge gehe es nicht allein um die Frage, ob und inwieweit die Bundesländer die Einlagerung von Kohlendioxid (CO2) in ihrem Gebiet selbst bestimmen könnten. Es gehe schlichtweg um das Prinzip. Die Bundesregierung mache den Bürgerinnen und Bürgern etwas vor, wenn sie in ihrem Gesetzentwurf behaupte, die „CCS-Technologien könnten zum Erreichen der Klimaschutzziele und zu einer möglichst sicheren, effizienten und umweltverträglichen Energieversorgung und Industrieproduktion beitragen“. Die CO2-Abscheidung und -Lagerung verbrauche gewaltige Mengen an Energie und sei ein ökologischer und ökonomischer Wahnsinn. Das hätten viele wissenschaftliche Institutionen wie etwa der Sachverständigenrat für Umweltfragen oder das Umweltbundesamt bestätigt. Experten, wie etwa der nordfriesische Ingenieur Manfred Opel hätten zudem ausgerechnet, dass mit dem flüssigen CO2 auch bis zu sechs Prozent hochgiftige Gase und Dämpfe mit verpresst würden. Zudem ließen sich das CO2 und seine „Begleiter“ nicht in der Region halten, sondern würden über mehr als 1.000 Kilometer verdriften. Dabei würden riesige Mengen Wasser verdrängt und dauerhaft verseucht. In großer Zahl würden überdies Leckagen entstehen, welche die Biosphäre und die Trinkwasservorräte irreparabel zerstörten. Kuhlwein fordert die Bundesregierung auf, die CCS-Gesetzgebung jetzt ganz zu stoppen. Offenbar gehe es nur um das „Grünwaschen“ für die großen Stromkonzerne, welche gern die Abgaben für ihre CO2-Emissionen sparen wollten. Dies widerspreche in einem unerträglichen Ausmaß einer Politik der „nachhaltigen Entwicklung“ im Interesse künftiger Generationen, welche die Bundeskanzlerin in ihren Sonntagsreden gern verkünde.
PM CCS- Protest(10.05.2011) Nach dem Willen der Brandenburger Regierung unter Matthias Platzeck (SPD) soll ganz Deutschland zum Endlager für den Kohlendioxid (CO2)-Industrieabfall aus Kohlekraftwerken werden, kritisiert Udo Schulze, Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) „CO2-Endlager stoppen“ aus dem Landkreis Oder-Spree. Medienberichten zufolge will sich die Brandenburger Landesregierung im Bundesrat für eine Abschaffung der Länderklausel einsetzen, mit der Bundesländer die Verspressung des Klimagiftes unterbinden können. Damit wäre der Weg für die Energiekonzerne frei, die umstrittenen Hochrisikotechnologie zur CO2-Abscheidung und Einlagerung, kurz CCS (carbon-capture and storage) in ganz Deutschland anzuwenden und CO2 einzulagern. Die Brandenburger Landesregierung will die Anträge am Mittwoch dem Umweltausschuss des Bundesrates vorlegen. Rot-Rot: CO2-Gefahr nicht widerlegtBrandenburg: Bund soll CCS-Risiken tragen(PNN|10.05.2011 von Alexander Fröhlich) Brandenburgs rot-rote Landesregierung schätzt die Risiken der unterirdischen Verpressung des bei der Verstromung von Lausitzer Braunkohle anfallenden Klimagases CO2 offenbar höher ein als bislang bekannt. Das geht aus einem Änderungsantrag zum sogenannten CCS–Gesetz der Bundesregierung hervor, den die Landesregierung am Mittwoch im Umweltausschuss des Bundesrates vorlegen will. „Nach gegenwärtigem Stand kommen nur ganz wenige Bereiche in einzelnen Ländern für eine CO2-Speicherung nach diesem Gesetz in Betracht“, heißt es in dem Antrag, der den PNN vorliegt. „Diese Länder“ – wie Brandenburg – „werden dann zur nationalen Lagerstätte eines Gases, dessen dauerhaft ungefährliche Speicherung noch nicht hinreichend nachgewiesen ist.“ Daher fordert die Landesregierung, dass der Bund die „mit der CO2-Speicherung verbundenen Risiken alleine übernimmt“, die Risiken und Lasten müssten „gerechter verteilt werden“. Demo gegen CCS-TechnologieAhrensfelde (moz|06.05.2011) Von Kai-Uwe KrakauRund ?60 Menschen haben am Donnerstagabend vor einer Informationsveranstaltung im Rathaus Ahrensfelde gegen eine mögliche Kohlendioxid-Endlagerstätte bei Lindenberg protestiert. „Stoppt das CO2-Endlager“ war auf einem Transparent zu lesen. „Seismische Untersuchungen untersagt. Der Grundstückseigentümer“, stand auf einem anderen Plakat. „Eure Lösung ist unser Problem“ hieß es weiter. Die Botschaft der Demonstranten war deutlich: Sie wollen keine unterirdische Lagerstätte des klimaschädlichen Gases – weder in Lindenberg noch an einem anderen Ort in Brandenburg. Nur wenige Tage nach ihrer Gründung konnte die Bürgerinitiative einen ersten Erfolg verbuchen. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen kommen“, zeigte sich Sprecherin Gabriela Beege zufrieden. Sie hoffe, dass der Protest in den kommenden Wochen und Monaten noch größer wird. „Das ist schließlich ein Thema, dass jeden Einwohner unmittelbar berührt“, so die Lindenbergerin. Eine bereits begonnene Unterschriftensammlung, die Listen enthalten schon weit mehr als ?200 Namen, solle fortgesetzt werden. Eine Vereinsgründung stehe ferner unmittelbar bevor, sagte Gabriela Beege. Tatkräftige Unterstützung erhielten die Ahrensfelder auch von der Bürgerinitiative „CO2ntraEndlager Neutrebbin“. Sylvia Wadewitz war dazu mit einigen Mitstreitern aus dem Oderbruch in den Barnim gekommen. „Wir bestehen schon zwei Jahre. Da haben wir natürlich zahlreiche Tipps für die Ahrensfelder, wie man den Protest organisieren kann“, so die junge Frau. Nach der Demonstration hatte die Gemeinde zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung in das Rathaus geladen. „Das Thema ist so wichtig, dass man auch mal stehen kann“, sagte Bürgermeister Wilfried Gehrke angesichts des mit rund 150 Menschen völlig überfüllten Saals. Er betonte, dass sich jeder zunächst informieren sollte, um für oder gegen etwas zu sein. „Wichtig ist es dann, die Interessen zu bündeln und diese deutlich zu vertreten“, so der CDU-Kommunalpolitiker. Gehrke kündigte an, dass sich die Gemeindevertretung demnächst mit der möglichen unterirdischen Verpressung von Kohlendioxid in der Region beschäftigen wird. Dazu brauche man aber auch das Votum der Bevölkerung, so der Verwaltungschef. Zu den Gefahren und Risiken der CCS-Technologie sprach anschließend Ulf-Michael Stumpe von der Neutrebbiner Bürgerinitiative. „Ein derartiges Projekt hat noch nirgends funktioniert“, sagte der Tierarzt aus Wriezen. Er verwies auf ein „vernichtendes“ Gutachten des Wissenschaftlers Ralf Krupp, in dem der Geologe weitreichende Auswirkungen der Technologie beschreibt. So würde das Kohlendioxid u.a. dafür sorgen, dass Salzwasser nach oben gedrückt wird. Die Folge wäre eine deutliche Versalzung des Grundwassers. Die schädlichen Auswirkungen reichen laut der Krupp-Studie dabei von der Injektionsstelle bis zu einer Entfernung von 100 Kilometer. Damit sei auch die Trinkwasserversorgung in der deutschen Hauptstadt gefährdet, hieß es. Darüber hinaus könnte auch das Gas durch sogenannte Leckagen an die Oberfläche gelangen. „Acht Prozent in der Luft sind tödlich“, warnte Stumpe. Zudem wird von den Gegnern befürchtet, dass in einmal erkundeten Lagerstätten auch zahlreiche andere, hochgiftige und gefährliche Stoffe „verschwinden“ könnten. Die Bürgerinitiative hob auch hervor, dass der Stromkonzern Vattenfall – er plant die insgesamt zwei CO2-Endlager in Ostbrandenburg – lediglich für einen Zeitraum von 30 Jahren für Risiken haften muss. „Anschließend werden wir alle zur Kasse gebeten, wenn etwas passiert“, sagte Stumpe. Ein weiterer Aspekt, der sicher auch für Grundstücksbesitzer interessant sein könnte: Laut Stumpe sei bei Immobilien in CCS-betroffenen Gebieten mit einem zwanzigprozentigen Wertverlust zu rechnen. Stumpe ermunterte die Ahrensfelder ausdrücklich zum Protest. „Hängen Sie gelbe Kreuze an den Gartenzaun“, empfahl er. „Gehen Sie in die Wahlkreisbüros.“ „Schreiben Sie E-Mails.“ Die Einwohner müssten Vollgas geben. „Das kann nicht alles der Bürgermeister alleine machen“, so Stumpe. Er empfahl zudem der Gemeinde, ein geologisches Gutachten erstellen zu lassen sowie sich juristischen Beistand zu nehmen. Die Ahrensfelder Bürgerinitiative rief unterdessen zu einer Protestaktion anlässlich des Besuchs von Ministerpräsident ?Matthias Platzeck am Donnerstag in Bernau auf. Dort wird er um ?15 Uhr zur Auftaktveranstaltung des „Kulturland-Jahres 2011“ im Baudenkmal Bundesschule, Hannes Meyer-Campus 9, erwartet. Kontakt: Bürgerinitiative ?(E-Mail) •Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.• ; Ansprechpartnerin für das Thema im Rathaus ist Susanne Hempp (Tel. 030 936900144) Kommune sollte geologisches ?Gutachten erstellen lassen Protest gegen fragwürdiges CCS-GesetzProtest gegen fragwürdiges Gesetz zur "Abscheidung, zum Transport und zur dauerhaften Lagerung von Kohlendioxid" (CCS-Gesetz): Risiken werden ignoriert!Berlin (ots) - Aktivisten des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), mit Steinmeier- und Merkel-Masken verkleidet, haben aus Protest gegen das "Gesetz zur Abscheidung, Transport und Lagerung von CO2" (CCS-Gesetz) vor dem Reichstag eine Kohlehandlung eröffnet. "CCS-Gesetz ist Feigenblatt für Energiekonzerne", "Wir lassen uns nicht verkohlen!", "Schiffe versenken statt CO2" und "Kohle-Dealer stoppen!" stand auf mitgebrachten Transparenten. Die BUND-Aktivisten boten Briketts feil, die sie mit grünen Schleifen dekoriert hatten und mit grüner Farbe anstrichen. "Das CCS-Gesetz dient dazu, dem schmutzigen Brennstoff Kohle einen grünen Anstrich zu geben", sagte Thorben Becker, Energieexperte des BUND. "Es ist vollkommen unklar, ob die Versenkung von Kohlendioxid in die Erde überhaupt funktioniert und ob sie sicher ist. Diese Technologie ist eine teure Sackgasse, deren Risiken die Bundesländer und die Steuerzahler tragen sollen. Das Gesetz nützt allein den Energiekonzernen, die wie bisher Strom in großen Kohlekraftwerken produzieren wollen." Negativwirkungen habe das Gesetz auch in Bezug auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Beispielsweise behindere es den Bau von Geothermiekraftwerken und Druckluftspeichern. Unklar sei auch, ob es genügend Lagerstätten für das Klimagift CO2 gebe und ob sich diese Technik überhaupt rechne. Belegt sei hingegen, dass CCS den Wirkungsgrad der Kraftwerke um mindestens zehn Prozentpunkte verschlechtere. Für die gleiche Menge erzeugten Stroms müsse folglich deutlich mehr Kohle verbrannt werden. Zudem eigneten sich mit CCS ausgerüstete Großkraftwerke nicht als flexible Regelkraftwerke zur Ergänzung erneuerbarer Energien. Der Umweltverband kritisiert auch, dass die Allgemeinheit auf den Risiken der CCS-Technologie ("Carbon Capture and Storage") sitzen bleibe. 30 Jahre nach Ende der CO2-Versenkung sei es den Energiekonzernen erlaubt, das Haftungsrisiko auf die Bundesländer zu übertragen. "Ein CCS-Gesetz, das keine Sicherheit für künftige CO2-Lagerstätten gewährleisten kann und das die Betreiber nach relativ kurzer Zeit aus der Haftung entlässt, darf nicht verabschiedet werden", sagte Becker. Es müsse gewährleistet werden, dass die Allgemeinheit nicht auf den Folgekosten sitzen bleibe. Deshalb müsse ein öffentlich rechtlicher Haftungsfonds eingerichtet werden, der ausschließlich von den Kohlekraftwerksbetreibern zu finanzieren sei und sämtliche Risiken abzudecken habe. Die CCS-Technologie stehe für ein `Weiter so` der Stromkonzerne. Die Klimaerwärmung erfordere jedoch eine grundlegende Wende in der Energiepolitik. In der CCS-Technologie sieht der BUND lediglich ein Feigenblatt, mit dem sich die Energiekonzerne ihrer Klimaschutzverantwortung entziehen wollten. BUND-Aktion: Schicken Sie dem Ministerpräsidenten Ihres Bundeslandes online einen Protestbrief und fordern Sie unter dem Motto "Keine Steuergelder für riskante CO2-Entsorgung!", dass er das fragwürdige CCS-Gesetz im Bundesrat stoppt! Zur Aktion: www.bund.net/ccs-gesetz-stoppen
„Bis zu 350 Gramm Salz pro Liter“Gutachten: Salzlösung aus CO2-Speicher bei Neutrebbin könnte Berliner Trinkwasser ungenießbar machen(PNN|21.04.2011) Neutrebbin - Die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid bei Neutrebbin (Märkisch-Oderland) könnte weitreichendere Folgen haben, als bislang bekannt. Sogar die Trinkwasserversorgung Berlins steht laut eines aktuellen Gutachtens auf dem Spiel. Sollte der Energiekonzern Vattenfall bei Neutrebbin wie geplant abgeschiedenes CO2 aus der Braunkohleverstromung unter die Erde pressen, könnte demnach durch den dabei entstehenden Druck salzhaltiges Wasser im Erdreich verdrängt werden und über kleinste Durchlässe in darüberliegende Süßwasserschichten gelangen. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit würde durch die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid bei Neutrebbin Süßwasser in einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern durch Salzwasser unbrauchbar gemacht“, warnt der Geologe und Geochemiker Ralf Krupp aus Erfurt. Gerade einmal rund 70 Kilometer liegt Neutrebbin von Berlin entfernt.
Im Auftrag des Amtes Barnim-Oderbruch, zu dem auch die Gemeinde Neutrebbin gehört, hat der Wissenschaftler aus Thüringen die geologischen Gegebenheiten im weiteren Umfeld des möglichen CO2-Endlagers untersucht und Risiken analysiert. Die Ergebnisse sollen den Widerspruch begründen, mit dem sich die sechs Gemeinden des Amtes gegen die vom Land Brandenburg erteilte Erlaubnis zur Erkundung potenzieller Speicher bei Neutrebbin wehren. Vor rund einem Jahr hatte das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) in Cottbus wie berichtet Vattenfall eine entsprechende Genehmigung erteilt. „Wir haben das Gutachten vergangenen Monat dem Landesamt zugeschickt. Eine Reaktion haben wir noch nicht bekommen“, berichtet Amtsleiter Karsten Birkholz. Dabei zeige das Gutachten nicht nur bislang unterschätzte Gefahren auf, sondern auch, dass Vattenfall das Erkundungsgebiet offenbar viel zu klein gewählt habe. Nach Schätzung Krupps deckt die von Vattenfall beantragte Fläche von 353 Quadratkilometern nicht einmal zehn Prozent des tatsächlich betroffenen Areals ab. Denn auch in einem Umkreis von rund 100 Kilometern Entfernung von der Stelle, an der das CO2 in die Erde gepresst werden soll, wäre der Überdruck im Inneren des Speichers noch so groß, dass mit einem Aufstieg von Salzwasser gerechnet werden müsse, heißt es in dem Gutachten. Dies bedeute, „dass die möglichen, von Neutrebbin ausgehenden Grundwasserversalzungen im Westen bis über das Stadtgebiet Berlins hinaus und im Osten bis weit in das Hoheitsgebiet der Republik Polen reichen würden. Innerhalb dieses Schlagkreises befinden sich sich mehrere hundert Wasserwerke mit ausgewiesenen Schutzgebieten.“ Doch nicht nur die Trinkwasserversorgung wäre gefährdet, auch sensible Feuchtbiotope könnten empfindlich geschädigt werden. Bei dem Salzwasser, dass in den sogenannten salinen Aquiferen lagere, die für die CO2-Speicherung vorgesehen sind, handele es sich um hochkonzentrierte, teilweise gesättigte Lösungen, die einen Salzgehalt aufweisen, der um ein Vielfaches über dem von Meerwasser liege, so Krupp. „Ein Liter enthält bis zu 350 Gramm Salz und kann bis zu 1000 Liter Süßwasser ungenießbar machen.“ Einen Namen hat sich der Wissenschaftler mit seinen Langzeitstudien zu den Folgen des Kalisalzbergbaus im mittleren Werratal in Thüringen gemacht. Dort hat Krupp über die Jahre bereits massive Schäden am Ökosystem des Flusses durch salzhaltiges Abwasser aus dem Kaliabbau nachgewiesen. Besonders groß ist die Gefahr einer Versalzung im Gebiet um Neutrebbin laut Krupp aufgrund der geologischen Voraussetzung. Die sogenannte Rupelton-Schicht, die in der Norddeutschen Tiefebene als wichtigste Barriere zwischen Salz- und Süßwasserschicht gilt, sei an vielen Stellen äußerst dünn und teilweise sogar nicht mehr vorhanden. Außerdem liege Neutrebbin östlich eines „neotektonisch aktiven“ Areals, der sogenannten Buckow-Störungszone. „Eigentlich handelt es sich um ein seismisch ruhiges Gebiet, dennoch gibt es dort immer wieder kleinere Erdbeben, die man zwar nicht spürt, die aber zu Verschiebungen im Erdreich führen“, erläutert der Geologe und Geochemiker. Dadurch könnten zusätzliche Lecks entstehen, die die Verdrängung des Salzwassers begünstigen.
CO2-SpeicherungRegierung in der Klemme
PM CCS-Protest (19.04.2011) Auf der gestrigen Info-Veranstaltung der Linkspartei in Müllrose (Landkreis Oder-Spree) überreichte Dr. Birgit Schreier von der lokalen „Bürgerinitiative gegen die CO2-Verpressung“ Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) eine Flasche verschmutztes Wasser. Die Bürgerinitiative kritisierte, dass es keineswegs „harmloses Sprudelwasser“ sei, dass verpresst werden soll. Das Gasgemisch wird auch Giftstoffe wie Arsen, Blei, Quecksilber enthalten, da eine vollständige Reinigung des Kohlendioxids (CO2) nur unter Einsatz erheblicher finanzieller Mittel zu bewerkstelligen wäre. Dennoch sprach sich der Wirtschaftsminister für den Einsatz der umstrittenen CCS-Technologie aus, um CO2 aus Kohlekraftwerken unter märkischem Boden zu verpressen. Christoffers verteidigte sich damit, dass diese Technologie eventuell für China gebraucht werde. zu den Bildern auf ccs-protest.de Rot-rote Landesregierung bleibt bei CCS alleinMerkel: Haben Brandenburg mit dem Gesetz eine Freude gemacht. Christoffers befürchtet Erklärungsnot(PNN|16.04.11) Berlin/Potsdam - Das Land Brandenburg wird mit seinen Bemühungen um eine zukunftsfähige Braunkohleverstromung allein gelassen. Das Treffen der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin machte klar, dass die anderen Bundesländer zu keinerlei Zugeständnissen an den Stromexporteur Brandenburg bereit sind. Der Streit zwischen der Bundesregierung und der rot-roten Koalition in Potsdam um das Gesetz zur Abscheidung und unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid (CCS-Gesetz) hat auf dem Berliner Energiegipfel nur ganz am Rande eine Rolle gespielt. CCS: Aminwäsche möglicherweise gefährlich(klimaretter.|14.04.2011) In Norwegen wurde eines der weltweit größten CCS-Projekte wegen der Gefahr durch krebserregende Chemikalien auf Eis gelegt. Auch zwei Projekte in Deutschland setzen auf Aminwäsche. Die Betreiber schweigen zum Thema. Die CCS-Technologie, mit der Energiekonzerne ihre fossilen Kraftwerke klimafreundlicher machen wollen, musste kürzlich einen herben Rückschlag erleiden: Das Projekt "Mongstad" in Norwegen, eines der größten CCS-Vorhaben weltweit, wird für mehrere Jahre auf Eis gelegt. Grund hierfür ist eine Studie, die mögliche Gefahren durch die eingesetzten Chemikalien befürchtet. Ein Problem der CCS-Technologie ist die Frage, wie aus dem Abgasstrom eines Kraftwerks das Kohlendioxid extrahiert werden kann. Verschiedene Verfahren sind hierfür im Gespräch, als eines der aussichtsreichsten gilt das Post-Combustion-Verfahren mit Aminwäsche. Hierbei wird der Abgasstrom durch eine flüssige Lösung von Aminen geleitet und löst sich dort. Anschließend kann das Kohlendioxid wieder aus der Flüssigkeit extrahiert werden. Amine sind eine umfangreiche Gruppe von Chemikalien – und einige davon, insbesondere die sogenannten aromatischen Amine, gelten als stark krebserregend. Aminwäsche wird auch jetzt schon eingesetzt, etwa um in Biogasanlagen Kohlendioxid und Methan zu trennen. Doch nirgendwo wird Aminwäsche bislang in einem Ausmaß eingesetzt, wie es in CCS-Kraftwerken der Fall wäre. Daher rührt nun die Sorge in Norwegen: Bestehen durch den Einsatz der CCS-Technologie bislang kaum diskutierte neue Umweltgefahren? Allerdings gibt es in Norwegen auch Stimmen, die die Amingefahr nur für einen Vorwand halten – der Betreiber selbst versuche so das Projekt zu verzögern, da die Kosten aus dem Ruder laufen. Einige der Industrie nahestehende Umweltverbände aus Norwegen halten die Gefahr durch Amine für übertrieben. Relevant ist die Diskussion auch für zwei Projekte in Deutschland: Am Kohlekraftwerk Niederaußem betreibt RWE gemeinsam mit BASF und der Linde AG seit einigen Jahren eine Testanlage. Im Vergleich zu Mongstad ist die Anlage winzig klein – allerdings muss natürlich davon ausgegangen werden, dass RWE die Technologie langfristig in großem Maßstab einsetzen will. Ebenfalls mit dem Post Combustion-Verfahren ausgestattet werden soll ein neuer Block im Kohlekraftwerk Jänschwalde im Osten von Brandenburg. Der Neubau ist Teil der Pläne von Vattenfall, Kohlendioxid in Brandenburg unterirdisch einzulagern. Um zu beurteilen, wie groß die mögliche Krebsgefahr durch den Amineinsatz wäre, ist es entscheidend zu wissen, welche Amine genau eingesetzt werden. Doch die Betreiber geben sich hier zugeknöpft. Entsprechende Anfragen werden von RWE und Vattenfall nicht beantwortet. Auch das Umweltbundesamt weiß nicht Bescheid: „Es ist allgemein so, dass die technische Entwicklung auf diesem Gebiet sehr rasch voranschreitet und die Hersteller nicht eben kommunikativ bei der Bekanntgabe ihrer Rezepturen sind“, so ein Mitarbeiter der Behörde auf Anfrage von klimaretter.info. Von Behörden in Brandenburg ist zu erfahren, dass bislang kein offizieller Genehmigungsantrag für das Kraftwerksprojekt in Jänschwalde vorliegt und man daher auch keine genaueren Informationen habe. Lediglich im Scopingtermin für das Kraftwerk habe Vattenfall bereits erklärt, dass man "ein (voraussichtlich) aminhaltiges Waschmittel" einsetzen werde.
PRESSEMITTEILUNG / 13.04.2011Bauernbund Brandenburg warnt Wirtschaftsminister vor Anwendung von CCSDer Bauernbund Brandenburg hat Wirtschaftsminister Christoffers davor gewarnt, das vom Bundeskabinett heute beschlossene CCS-Gesetz in Brandenburg umzusetzen. ³Das Gesetz ermöglicht es den anderen Endlager-Standorten Schleswig-Holstein und Niedersachsen, mit einfachsten Mitteln CCS auf ihrem Gebiet auszuschließen, damit bleibt nur noch Brandenburg als Versuchskaninchen übrig², sagte Bauernbund-Vorstandsmitglied Manfred Wercham, Ackerbauer aus Wilhelmsaue im Oderbruch. Für diesen Fall hatte der Wirtschaftsminister angekündigt, die Pilotprojekte in Neutrebbin und Beeskow nicht weiter zu unterstützen, erinnert Wercham: "Jetzt muss Christoffers einen Schlussstrich unter CCS ziehen, sonst hat er jede Glaubwürdigkeit verloren." Der Bauernbund kritisiert seit langem, dass mit CCS umfangreiche Enteignungen und schwer wiegende Umweltgefährdungen verbunden seien. Wercham: "Es ist nicht einzusehen, warum diese Risikotechnologie ausgerechnet in einem dicht besiedelten und fruchtbaren Land ausprobiert werden muss." PM CCS- Protest (13.04.2011) Medienberichten zufolge hat sich die schwarzgelbe Bundesregierung auf ein Gesetz zur unterirdischen Lagerung des Klimagases Kohlendioxid (CO2) geeinigt. Das sogenannte CCS-Gesetz soll an diesem Mittwoch im Kabinett beschlossen werden. "Die unsägliche Kohlepolitik von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) macht Brandenburg zum Müllplatz der Nation und die Menschen zu Versuchskaninchen. Das werden wir nicht hinnehmen", sagt Sylvia Wadewitz von der Bürgerinitiative "CO2ntra Endlager" aus dem Landkreis Märkisch-Oderland. Nach schrecklichen Ereignissen in Fukushima muss die "Energiewende" konsequent vollzogen werden, sagt Wadewitz. Das bedeutet die Abkehr von fossilen Energieträgern - zuallererst der Abschied von Atomstrom und Kohle. Die Bürgerinitiativen Ostbrandenburgs kündigen unterdessen weitere Proteste gegen CO2-Deponien an. Ein Highlight wird ein großer Ostermarsch am 23. April in Neutrebbin sein. Auch die Bürger in Schleswig Holstein sicherten den Brandenburger Initiativen zu, diese mit ihrer ganzen Kraft weiterhin zu unterstützen. Die Bürger in Brandenburg haben dennoch Hoffnung der Verklappung von CO2-Industriemüll unter märkischem Boden zu entgehen, denn die Landesregierung selbst formulierte in Februar dieses Jahres hohe Hürden für ein CCS-Gesetz. So kündigte Platzeck an, dass er nur ein CCS-Gesetz akzeptiert, dass „eindeutige und belastbare rechtliche Grundlagen“ bietet. Das aber genau bietet der Regierungsentwurf nicht, erklärt Schulze. Wenn der Bund in die Hoheit der Länder eingreift, besagt das Grundgesetz eindeutig, dass zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse und zur Wahrung der Rechts- und Wirtschaftseinheit bundeseinheitliche Regelungen nötig sind. Ein CCS-Gesetz mit Länderklausel ist die Aufkündigung des Föderalismus. "Wir erwarten von der Landesregierung, dass Brandenburg vor das Bundesverfassungsgericht zieht, wenn Bundestag und Bundesrat das CCS-Gesetz beschließen", sagt Schulze. "Es wird Zeit, dass die Regierenden in Potsdam endlich Politik für die Menschen im Land und nicht für multinationale Großkonzerne machen". Mehr Infos zum Ostermarsch in Neutrebbin findet man hier Durch die umstrittene CCS-Technologie (Carbon-Capture and Storage) soll Kohlendioxid (CO2), inklusive zusätzlicher Giftstoffe wie Arsen, Blei, Quecksilber etc. aus Lausitzer Kohlekraftwerken von Vattenfall abgeschieden und anschließend unterirdisch eingelagert werden. Gegen diese Endlagerung des Gasgemisches gibt es massiven Widerstand seitens Bevölkerung in Ostbrandenburg.
CCS- Gesetz mit LänderausstiegsklauselAm 13.04.2011 soll das seit Sommer 2009 zurückgehaltende CCS-Gesetz in das Bundeskabinett kommen. Demnach wird es eine Möglichkeit der Länder geben, wonach sie CCS auf ihrem Gebiet unter gewissen Umständen ausschließen könnten. Diese schwammige Formulierung macht deutlich, wie hier mit einer solchen Technologie umgegangenen wird. (Quelle: Oliver Krischer, MdB, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen) CARBON CAPTURE AND STORAGE (CCS) IN DEUTSCHLANDÖffentliche Wahrnehmung der Projekte in Brandenburg
Pressemitteilung(einstimmig verabschiedet) Die auf dem Bundestreffen gegen CCS und Kohlekraftwerke versammelten Vertreter der Bürgerinitiativen “CO2ntra-Endlager Neutrebbin“, „Kein CO2-Endlager Schleswig-Holstein“, „Gegen Steinkohlekraftwerk Arneburg – Förderverein für Natur- und Umweltschutz“, „Kein CO2-Endlager Altmark“, die sich am 9./.10. April 2011 in Salzwedel getroffen haben, haben sich über ihre Erfahrungen ausgetauscht und sich für die Fortführungen und Intensivierung ihrer Arbeit gegenseitig angeregt. In folgendem sehen sie derzeit ihre Hauptaufgabe: Der vermutlich beschleunigte Ausstieg aus der Atomenergie darf nicht dazu führen, dass die Kohleverstromung mit CCS als Alternative gesehen wird. Wie viele wissenschaftliche Gremien deutlich machen, kann die Atomenergie bis 2020 durch Energieeffizienz und Erneuerbare Energien vollständig ersetzt werden. Diese Erkenntnis muss verbreitet werden. Insbesondere muss die Anti-Atom-Bewegung dafür gewonnen werden, mit zu verhindern, dass nach der Atomenergie die nächste Risikotechnologie CCS installiert wird. Hierzu fand heute bereits eine gemeinsame Aktion statt, indem vor der E.on-Niederlassung Salzwedel die Atomenergie und CCS symbolisch zu Grabe getragen wurden.
Die für CCS vorgesehenen Mittel sollen für die Weiterentwicklung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien eingesetzt werden! Keine neuen Tagebaue, kein Neubau von Kohlekraftwerken! Deutschland soll statt dessen seine Vorreiterrolle bei den Erneuerbaren Energien weiter ausbauen!
Die Teilnehmer begrüßen den Appell „Für einen Aufbruch in eine neue Energiezukunft“ der „Energiewende jetzt“ wärmstens und werden ihn nach Kräften verbreiten.
CCS-Technologie: Berlin will Mitspracherecht(rbb-online.de|06.04.2011) Das Land Berlin muss nach Ansicht von Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) an Genehmigungsverfahren für die CCS-Technologie beteiligt werden. Im rbb sagte Lompscher am Dienstag, Auswirkungen der unterirdischen Kohlendioxid-Verpressung auf Berlin müssten detailliert untersucht werden, um negative Folgen für die Hauptstadt auszuschließen. Nach Ansicht des Umweltverbandes BUND könnte sich durch die Verpressung von Kohlendioxid stark salzhaltiges Wasser mit den Berliner Grundwasserschichten vermischen und die Trinkwasser-Ressourcen der Hauptstadt gefährden. Dies sei auch durch ein entsprechendes Gutachten des Umweltverbandes belegt worden, sagte Brandenburgs BUND-Landeschef Axel Kruschat dem rbb. Der Energiekonzern Vattenfall will in Brandenburg das klimaschädliche Kohlendioxid verflüssigen und unterirdisch speichern. "Das Land als Vattenfall-Bittsteller"Potsdam (moz|06.04.2011) Der Landtagsabgeordnete der Linken Peer Jürgens hat am Dienstag Aussagen von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) auf der Hannover Messe scharf kritisiert. Platzeck hatte dort am Montag Gespräche mit Brüssel zur umstrittenen CCS-Technologie bestätigt, in denen es um eine Verlängerung der Förderfrist für das Vattenfall-Demonstrationskraftwerk in Jänschwalde (Spree-Neiße) gegangen sein soll. Dort soll klimaschädliches Kohlendioxid herausgefiltert und unterirdisch in Ostbrandenburg gespeichert werden. Vattenfall war eine Förderung von 180 Millionen Euro bewilligt worden, wenn das Kraftwerk bis 2015 ans Netz geht. Dieser Zeitplan wird aber als äußerst kritisch angesehen, da die Bundesregierung bislang noch kein CCS-Gesetz auf den Weg gebracht hat. Für Jürgens hat der Kontakt zwischen Potsdam und Brüssel nichts mit Wirtschaftsförderung zu tun, sondern sei Ausdruck von Lobbyismus. „Die Landesregierung macht sich damit zum Bittsteller eines Energieunternehmens – das ist niveau- und würdelos und stärkt bei den Menschen in der Region nicht gerade das Vertrauen in die Politik“, erregt sich Jürgens. Vattenfall-Sprecherin Katharina Bloemer sind die Gespräche zwischen Landesregierung und Europäischer Kommission nach eigener Aussage nicht bekannt. „Ich finde es aber löblich, wenn sich das Land für uns einsetzt. Das heißt nicht, dass wir über eine Verschiebung nachdenken“, sagt sie. Derzeit bemüht sich Vattenfall Bloemer zufolge um eine weitere Förderung, die über das Bundeswirtschaftsministerium in Brüssel beantragt wird. zum Archiv |